Chronik Stämmele II
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Chronik von Burkhard Stämmele

der Jahre 1942 - 1993 von Ludenhausen und Gimmenhausen

Chronik Stämmele I die Jahre 1942 - 1968

Chronik Stämmele II die Jahre 1969 - 1993

 

Verfasser: Burkhard Stämmele

Bearbeitung: Irmgard Strommer und Kurt Beier (2003)

Jahr 1969

Übersicht:

  1. Die erste Mondlandung fasziniert die Menschen
  2. Die Flurbereinigung wird vom Landratsamt Landsberg angeordnet
  3. Starke Frühjahrsstürme fügen den Wäldern Schäden zu
  4. Die Feuerwehr sucht ein entlaufenes Kind

1. Die erste Mondlandung fasziniert die Menschen

Die 110 m hohe Saturn-Rakete, auf deren Spitze die drei Astronauten der amerikanischen Mondlandeunternehmung in ihrer APOLLO-Kapsel saßen, startet zu ihrer 4-tägigen Reise zum Mond. Das Ereignis weckte das Interesse vieler Millionen Menschen vor den Fernsehschirmen in der ganzen Welt. Doch auch in unserem Dorf dürften es nach einer sehr langen Nacht dann wesentlich weniger Zuschauer gewesen sein, als die Mondlandefähre nach einer Reise von mehr als 400 000 km am 21. Juli 1969 um 4 Uhr früh mit zwei Astronauten auf dem Mond aufsetzte. Sehr spannend wurde es als Neil Armstrong gegen ½ 5 Uhr als erster Mensch den Mond betrat und die später berühmten Kängarusprünge vorführte.

2. Die Flurbereinigung wird vom Landratsamt Landsberg angeordnet

Bei der Bürgerversammlung diese Jahres gab Bürgermeister Huber bekannt, dass vom Landratsamt Landsberg auf Antrag eines Landwirtes von Ludenhausen die Flurbereinigung angeordnet wurde. Bürgermeister Huber war kein direkter Befürworter der Flurbereinigung. Wohl auch in Anbetracht seiner immer schlechter werdenden Gesundheit, sah er sich wohl nicht im Stande dieses große Projekt durchzuziehen. Aber auch ein kleiner Kreis von Landwirten stand dem Unternehmen abweisend gegenüber, hatte man doch von den Nachbargemeinden Rott und Reichling, die schon dem Ende der Arbeit entgegen gingen, über manche Streiterei gehört.

3. Starke Frühjahrsstürme fügen den Wäldern große Schäden zu

Im März dieses Jahres suchten böige Frühjahrsstürme unsere Gegend heim. In den Wäldern gab viel Bruchholz mit Tausenden abgebrochenen und umgestürzten Bäumen. Der Sturm riss Löcher in den Jungwald, die wohl noch lange Zeugnis davon geben werden. An einigen Tagen fielen die Dachplatten zu Hunderten von den Dächern. Der Spuk dauerte mit kurzen Unterbrechungen eine Woche.

4. Die Feuerwehr sucht ein entlaufenes Kind

Ende April diese Jahres musste die freiwillige Feuerwehr Ludenhausen eines Abends gegen 5 Uhr plötzlich ausrücken, die Sirene hatte Alarm gegeben. Da man keinen Rauch sah musste etwas anderes geschehen sein. Es stellte sich heraus, dass die 5 jährige kleine Rebekka der Familie Beuleke von zuhause fortgelaufen und nicht mehr zu finden war. Die Feuerwehr und noch mehr die Eltern waren froh als das Kind nach etwa 1 ½ Stunden wohlbehalten in einem Jungviehstall beim Blindseefilz gefunden wurde.

Jahr 1970

Übersicht:

  1. Tragischer Unfall

1. Tragischer Unfall

Durch einen tragischen Unfall kam am 30. August 1970 der 29 jährige Bauhilfsarbeiter Adolf Hummler Sohn des Bauunternehmers Alois Hummler aus Ludenhausen ums Leben. Er war vermutlich mit Freunden nach Landsberg gefahren, hatte sich aber von ihnen getrennt und wohl etwas getrunken. Als er morgens gegen 3 Uhr in Höhe Opelhaus auf der B 12 stadteinwärts ging wurde er von einem Auto überfahren und war sofort tot.

Jahr 1971

Jahr 1972

Übersicht:

  1. Flurbereinigung Ludenhausen und Issing

1. Flurbereinigung Ludenhausen und Issing

Die Flurbereinigung Ludenhausen-Issing soll in vorbildlicher Wiese durchgeführt werden. Daher wurden vom Landratsamt Landsberg und der Flurbereinigungsdirektion am 20.12.1972 Vorsorge getroffen und alle Feldgehölze, Sträucher und Hecken unter Naturschutz gestellt. Dies wurde allen Grundstückbesitzern gegen Unterschrift mitgeteilt. Zuwiderhandlungen werden mit hohen Geldstrafen belegt. Die Anordnung gilt auch nach Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens.

Jahr 1973

Übersicht:

  1. Gemeindezusammenlegung von Reichling und Ludenhausen
  2. Verbindungsstrasse Gimmenhausen - Ludenhausen
  3. Wander- und Radwege werden ausgewiesen und beschildert
  4. Ausbau der Verbindungsstrasse nach Wolfgrub
  5. Der Müll in der Kiesgrube zieht die Ratten an
  6. Die Nahostkrise, die Ölknappheit und der autofreie Sonntag

1. Gemeindezusammenlegung von Reichling und Ludenhausen

Nachdem Mitte 1972 durch die Gebietsreform die Gemeindezusammenlegung erfolgte und die Gemeinde Ludenhausen nach ihrer Auflösung ein Ortsteil von Reichling wurde, war es für viele keine Frage, dass auch der Name der zukünftigen Gesamtgemeinde ein anderer sein soll. So wurde unter vielen Fantasienamen auch der Name Reichhausen genannt. Er hätte die Namen der Ortsteile nicht ersetzt. Man einigte sich im Gemeinderat am 22. November 1973 dann doch dahingehend, dass der Name Reichling auch als Name der Gesamtgemeinde verwendet wird, aber das Wappen Reichling mit dem Einhorn auf grünen Hügeln (bezogen auf den Abt Pacher aus Ettal) und den drei goldenen Kugeln bezogen auf den St. Nikolaus geändert wird. Künftig trägt das Wappen im oberen Drittel Schwert und Schlüssel auf blauen Grund, bezogen auf St. Peter und Paul in Ludenhausen (Patrozinium). Der untere Teil mit Einhorn über drei grünen Hügeln auf silbernen Grund gehört zu Reichling.

2. Verbindungsstrasse Gimmenhausen - Ludenhausen

Im Juli dieses Jahres wurde im Zuge der Flurbereinigung und der wasserwirtschaftlichen Maßnahmen ein weiterer Durchlass an der Verbindungsstrasse Gimmenhausen - Ludenhausen eingebaut. Während der Arbeiten geschah ein Unfall durch schlechte Absicherung der Baustelle. Huber Albine fuhr mit dem Auto nach Ludenhausen und ohne den Graben der quer über die Straße ging zu bemerken fuhr sie hinein, Sie erlitt nur leichte Verletzungen, doch das Auto war schwer beschädigt. 
Der verantwortliche Wegebaumeister wurde mit einer Strafe von 1000 DM belegt.

3. Wander- und Radwege werden ausgewiesen und beschildert

Nachdem allerorten das Wandern wieder groß in Mode kommt und auch das Radfahren wieder an Beliebtheit zunimmt werden immer mehr Wander- und Radwege gebraucht und geschaffen. So ging man auch daran in Ludenhausen solche Wege auszuweisen und zu beschildern.

4. Ausbau der Verbindungsstrasse nach Wolfgrub

Im Zuge der Flurbereinigung wurde dem Ausbau der Verbindung nach Wolfgrub und weiter über Dettenschwang nach Diessen besondere Bedeutung zugemessen. Die Strasse wurde großzügig erweitert und im Bereich Winkel - Krauenwäldle etwa 80 m nach Osten verlegt und begradigt. Sie war bereits 1972 fertiggestellt. Nur ein Teilstück wurde ausgespart, die große Umgehung Gimmenhausen wurde zwar markiert aber vorerst nicht gebaut. Sie führt über Haus Nr. 1 Schweizer über die Änger Richtung Scherle Otto.

5. Der Müll in der Kiesgrube zieht die Ratten an

Der Müll unserer Wohlstandsgesellschaft nimmt immer bedenklichere Formen an. Die Schuttgruben quellen über davon über. Die Ratten mussten schon 1972 großflächig vergiftet werden, denn es war keine Seltenheit, dass man in der Gimmenhauser Grube bis zu 250 Ratten auf einem Platz zu sehen bekam. Nun schloss die Gemeinde einen Vertrag mit der Firma Gärtner die in Zukunft den Müll abholt. Nur noch Bauschutt soll weiterhin in die Gimmenhauser Grube gekippt werden.

6. Die Nahostkrise, die Ölknappheit und der autofreie Sonntag

Bedingt durch die Nahost-Krise und die damit verbundene Ölknappheit wurde am 25. November diese Jahres bundesweit ein autofreier Sonntag eingeführt. Fahren durften nur Ärzte, Krankenfahrzeuge und Fahrer mit Sondergenehmigung. Auf den Straßen waren größtenteils Fußgänger und Radfahrer unterwegs.

Jahr 1974

Übersicht:

  1. Der Ausweichplatz und ein interessantes Fußballspiel

1. Der Ausweichplatz und ein interessantes Fußballspiel

Nachdem der alte Sportplatz bei den Krautgartenwiesen im Zuge der Flurbereinigung aufgelassen wurde und ein neuer Platz noch nicht zugeteilt ist muss man sich mit einem Ausweichplatz zufrieden geben. Dieser Platz am alten Weg gelegen unterhalb des Anwesen Keller wurde am 15. August "Mariä Himmelfahrt" nachmittags eröffnet.

Eröffnungsspiel um 15 Uhr.: 1. Mannschaft SV Reichling gegen 1. Mannschaft SV Wessobrunn. Vorher um 14:15 spielte jedoch in einem interessanten Fußballspiel der Gemeinderat Reichling-Ludenhausen gegen die Vereinsvorstände beider Gemeindeteile.

Die Aufstellung:

Gemeinderat: Tor : Heitmeir, Mannschaft: Pröpstl, Stämmele, König, Horner, Schappele, Weinberger, Staud, Schelle, Dir Richard, Forschner.

Vereinsvorstände: Tor: Schamper, Mannschaft: Baier, Sepp Toni, Glück, Trytzka, Quartal, Socher, Jahrl, Duschl, Dirr Georg, Graf Josef.

Es waren viele Zuschauer zugegen und es war eine Mordsgaudi.

Jahr 1975

Übersicht:

  1. Eines der Gemeindehäuser wird abgerissen
  2. Ein neuer Kinderspielplatz im Pfarrgarten
  3. Die Wünsche der Teilnehmer der Flurbereinigung
  4. Die neuen Strassennamens- und Hausnummerschilder
  5. Im Denkmalschutzjahr wird ein altes Feldkreuz restauriert
  6. In der Hauptstrasse wird ein Gehsteig für Fußgänger angelegt
  7. Der Platz gegenüber der Wirtschaft wird Johannisplatz getauft

1. Eines der Gemeindehäuser wird abgerissen

Eines der zwei Gemeindehäuser, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts am Grübleberg stehen und damals 1905 von der Gemeinde zur Unterbringung mittelloser Familien gekauft wurden, musste in diesem Jahr wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Eine Instandsetzung war nicht mehr lohnend.

2. Ein neuer Kinderspielplatz im Pfarrgarten

Nach langem Suchen für einen geeigneten Platz für einen Kinderspielplatz in Ludenhausen der mit großen Schwierigkeiten verbunden war, konnte man letztendlich von der Kirche Ludenhausen den Pfarrgarten pachten um einen Kinderspielplatz zu gestalten. Man hatte vorher Happergers Garten, die alte Kiesgrube am nördliche Ortsrand und das Schmittental am Menglerberg in Betracht gezogen. Die Einweihung konnte Ende Mai 1975 stattfinden. Herr Pfarrer Baumgartner gestaltete die kirchliche Feier.

Die von Karl Engelhard von Gimmenhausen gestiftete, geschnitzte Tafel "Kinderspielplatz Ludenhausen" wurde wenig später abmontiert und gestohlen.

Kosten des Spielplatzes mit Spielgeräte: 15255 DM

3. Die Wünsche der Teilnehmer der Flurbereinigung

Im Juni diese Jahres findet die Entgegennahme der Wünsche der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Ludenhausen statt. Erstmals seit beginn der Flurbereinigung müssen sich die Grundeigentümer reelle Gedanken über die Lage ihrer zukünftigen Grundstücke machen.

4. Die neuen Strassenamens- und Hausnummerschilder

Ab 1. Januar dieses Jahres werden in der Gesamtgemeinde Reichling, so auch in Ludenhausen und Gimmenhausen die vom Gemeinderat am 2.8.1973 beschlossenen Straßennamens- und Hausnummerschilder angebracht. Eine Hausnummer kostet 18 DM mit Anbringung, bei Selbstanbringung 17 DM.

5. Im Denkmalschutzjahr wird ein altes Feldkreuz restauriert

Im Denkmalschutzjahr 1975 machte es sich die Gemeinde Reichling zur Aufgabe die Feldkreuze zu renovieren und Instand zu setzen. Dabei wurde das alte Feldkreuz von Buttner an der Nordabzweigung der alten Straße (Kiesgrube Riebel) neu gestaltet. Der Korpus wurde vergoldet und beim Wäldle unter Mithilfe des Obst- und Gartenbauvereins wieder aufgestellt.

6. In der Hauptstrasse wird ein Gehsteig für Fußgänger angelegt

Die Gemeinde Reichling geht im Frühjahr dieses Jahres daran im Ortsteil Ludenhausen auf der linken Seite der Hauptstraße (von Süden kommend) einen Gehsteig anzulegen, er oll auf der linken Seite bis zur Schule führen und dann auf der rechten Seite bis zur Siedlung am Leitenberg Nord geführt werden. Im Zuge dieser Arbeiten wird am Gasthaus Happerger ein Durchbruch an der Hausecke vorgenommen der sich auf die Gasstube auswirkt, wo seitdem der allgemein beliebte runde Tisch steht.

7. Der Platz gegenüber der Wirtschaft wird Johannisplatz getauft

In den 70 er Jahren wurde der Platz gegenüber der Wirtschaft bei den Garagen in Johannisplatz umgetauft. Irgend einem fröhlichen Mitbürger fiel es ein auf die Bank neben dem Maibaum Johannisplatz zu schreiben. Dies hatte auch seine Richtigkeit denn über Jahre hinweg wurde hier von drei Johanns das tägliche Dorfgeschehen ausgetauscht und auch andere Neuigkeiten besprochen. Die drei Johanns waren, Johann Finsterwalder, Johann Böglmüller (Krenzle) und Johann Böglmüller (Kreuzbauer).

Jahr 1976

Übersicht:

  1. Bebauungsplan für die Siedlung Leitenberg Nord
  2. Kühlraum im Raiffeisenlagerhaus
  3. Gemeindehaus auf dem Grübleberg wird abgebrochen
  4. Weihnachtsfeier der Landfrauen
  5. Baugrundstücke bei der Herrenwiese werden ausgegliedert

1. Bebauungsplan für die Siedlung Leitenberg Nord

Mit dem Bebauungsplan Leitenberg Nord entsteht in Ludenhausen die zweite Siedlung. Am 10. Juni findet der Lokaltermin des Landratsamtes statt um für den Bebauungsplan grünes Licht zu geben.

2. Kühlraum im Raiffeisenlagerhaus

Im Laufe des Frühjahrs dieses Jahres wurde im Keller des Raiffeisenlagerhauses der so dringend benötigte Kühlraum für die Notschlachtungen geschaffen. Denn im Sommer war es fast unmöglich auch das zum Genuss freigegebene Fleisch ohne Bedenken zu essen.

3. Gemeindehaus auf dem Grübleberg wird abgebrochen

Nachdem die Flüchtlingsfamilie Kirschbaum aus dem oberen Gemeindehaus auf dem Grübleberg ausgezogen war stand dieses Häuschen leer und moderte vor sich hin, bis sich der Gemeinderat am 6. August 1976 entschloss es abzubrechen zu lassen.

4. Weihnachtsfeier der Landfrauen

Erstmals in diesem Jahr wird in Ludenhausen die Weihnachtsfeier der Landfrauen veranstaltet. Die amtierende Kreisbäuerin Gunda Müller aus Pitzling konnte etwa 250 Bäuerinnen aus dem ganzen Landkreis begrüßen. Auf dem Programm standen Weihnachtslieder gesungen von Bäuerinnen. Nachher kamen eine Kinderinstrumentengruppe und gemeinsame Weihnachtslieder.

5. Baugrundstücke bei der Herrenwiese werden ausgegliedert

Die Grundstückbesitzer der Herrenwiese werden bei der Grundstücksvergabe im Zuge der Flurbereinigung ersucht die Grundstücke die sie käuflich erworben hatten wieder zu verkaufen, was aber nur bei einigen gelingt, da es finanzielle Einbußen ergibt. Diejenigen die nicht verkaufen, werden in das Flurstück zwischen Windachgraben und Hofwiesstraße gelegt.

Jahr 1977

Übersicht:

  1. Die Entwässerungsgenossenschaft wird aufgelöst
  2. Der vertraglich gepachtete Ochsenfilz wird aufgegeben
  3. Der Angerweg wird ausgebaut
  4. Die neue Jagdgrenze zwischen Ludenhausen und Rott
  5. Ein Bagger versinkt im Moor

1. Die Entwässerungsgenossenschaft wird aufgelöst

Im Herbst dieses Jahres wurde unter Vorsitz von Bürgermeister Horner und 5 Landwirten aus Ludenhausen der Entwässerungsverband bzw. Genossenschaft aufgelöst. Es wurde zuvor unter den 5 hinzugezogenen Landwirten ein Vorstand gewählt und die Genossenschaft aufgelöst und anschließend die Vorstandschaft entlassen. Zugleich übernimmt die Gemeinde die Erhaltung und Instandsetzung aller Vorflutanlagen im Bereich der Gemarkung Ludenhausen.

2. Der vertraglich gepachtete Ochsenfilz wird aufgegeben

Der im Jahre 1946 am 11. Juni gepachtete Ochsenfilz muss aufgegeben werden. Die Forstverwaltung des Forstamtes Landsberg ist nicht bereit den Vertrag zu verlängern. Nachdem im Frühjahr 1976 noch Torf abgebaut wurde und in den Stadeln gelagert werden musste, wurde die Frist bis zum Herbst verlängert um das Gelände zu räumen. Da aber im Frühjahr 1977 noch 15 Hütten auf dem Gelände standen, davon zwei verfallen, wurde eine endgültige letzte Frist für den 15. März 1977 angesetzt.

Wenn sie bis dahin nicht entfernt sind werden die Aufräumungsarbeiten zu Lasten der Gemeinde durchgeführt.

3. Der Angerweg wird ausgebaut

In diesem Jahr wird der Angerweg für die Häuser Böglmüller Anna bis Staud Herbert ausgebaut. Zugleich soll er eine Verbindung zwischen Weiherweg und den Höfen von Schamper, Glück und Quartal herstellen.

4. Die neue Jagdgrenze zwischen Ludenhausen und Rott

Am 26. September trafen sich der Gemeinderat von Reichling und Rott im Gasthaus Strauß in Pessenhausen um sich über eine neue Jagdgrenze zwischen Ludenhausen und Rott im Bereich Windanger Schlökubel zu beraten. Die Grenze wurde zu beider Zufriedenheit ausgeglichen und begradigt.

4. Ein Bagger versinkt im Moor

Im März 1977 waren die Drainagearbeiten des Wasserwirtschaftsamtes schon wieder voll im Gange und man ging daran auf der Nordseite des Gimmenhauser Filzes einen Drainagestrang einzuziehen. Etwa bei den früheren Krautgartenflecken Stangl/Dusch kam man mit den schweren Maschinen schlecht voran und es schlug immer wieder den Drainageschlauch ab. Ein Bagger sollte nun ein Anfangsloch ausheben, doch ehe er richtig begann war er bis zum halben Kabinenfenster im Moor versunken. Der Fahrer hatte noch versucht den Ausleger ganz nach unten zu drücken, doch auch da fand er bei 5 m Tiefe noch keine Halt. So konnte sich der Fahrer im letzten Moment aus der Kabine zwängen. Zur Bergung des Baggers mussten Balken herangeschafft werden auf die ein zweiter Bagger fuhr um die Ausleger des Ersten herauszuziehen. Nun wurde an einem sehr starken 30 m langen Stahlseil der versunkene Bagger angehängt und zwei Drainageraupen davor gespannt. Die eine hatte 500 PS Leistung und die andere 300 PS. Nun zog man an, doch ohne dass sich der Bagger nach oben bewegte zogen sie ihn 2 bis 3 Meter geradeaus, bis er sich nun endlich selbst aus dem Moor befreien konnte Zurück blieb ein großes Loch.

Jahr 1978

Übersicht:

  1. Ein fürchterlicher Verkehrsunfall an der südlichen Ortseinfahrt
  2. Ein tödlicher Verkehrsunfall auf der Fahrt nach Issing

1. Ein fürchterlicher Verkehrsunfall an der südlichen Ortseinfahrt

Am 16. Juni dieses Jahres ereignete sich in der Kurve an der südlichen Ortseinfahrt ein fürchterlicher Verkehrsunfall. Ein Stiermäster aus Ramsach hatte in Weilheim beim Zuchtviehmarkt Stierkälber eingekauft, etwa 10 Stück. Er fuhr mit zu hoher Geschwindigkeit in die Kurve, dabei kam sein Viehanhänger in Schleudern und kippte um. Zur gleichen Zeit kamen ihm zwei ältere Frauen mit ihrem Auto entgegen. Die Holzplatten des fallenden Hängers rissen die Frontseite des PKW auf und trennten einer der Frauen den Kopf vom Rumpf. Die zweite Frau wurde auch getötet. Sie wurden in unserem Leichehaus beigesetzt. Mehrere Kälber mussten geschlachtet werden. Dem Fahrer aus Ramsach passierte nichts, er blieb unverletzt.

2. Ein tödlicher Unfall auf der Fahrt nach Issing

Am 9. Juli dieses Jahres gegen Abend fuhren Reinhold Mayerhofer und ein Sohn der Familie Saßmann aus Vilgertshofen von Ludenhausen nach Issing. Bei der Abzweigung nach Vilgertshofen fuhren sie frontal gegen eine Baum. Der Fahrer und Reinhold Mayerhofer waren auf der Stelle tot.

Jahr 1979

 

Jahr 1980

Übersicht:

  1. Glück im Unglück
  2. Papst Johannes Paul II. besucht München
  3. Auf schneeglatter Straße ausgerutscht
  4. Große Mengen von Neuschnee im April

1. Glück im Unglück

Weinberger Michael hatte am 1. November dieses Jahres Glück im Unglück. Von Gimmenhausen kommend kam er in der Höhe der Werkstatt Ressle von der rechten auf die linke Straßenseite und fuhr dort den Überflutungshydranten der Wasserleitung um. Das Auto wurde beschädigt, doch er kam mit dem Schrecken davon. Der Hydrant musste noch am selben Tag aufgegraben und repariert werden.

2. Papst Johannes Paul II. besucht München

Zum Papstbesuch von Johannes Paul II. in Bayern fuhren viele Tausende von Besucher nach München. Auch aus Ludenhausen machten sich 17 Personen auf den Weg in die Landeshauptstadt um den heiligen Vater zu sehen.

3. Auf schneeglatter Straße ausgerutscht

Am 3.1.1980 rutschte Emma Seidl auf schneeglatter Straße aus und stürzte so unglücklich dass sie ärztlich versorgt werden musste. Zu allem Unglück wäre sie um ein Haar vom rückwärtsfahrenden Schneepflug der Gemeinde überrollt worden, da sie genau hinter dem selben zu Fall kam.

4. Große Mengen von Neuschnee im April

Am 24.4.1980 schneite es ununterbrochen riesige Mengen Schnee vom Himmel, was enorme Schwierigkeiten mit sich brachte. In den Wäldern wurden zahllose Bäume abgedrückt, der Strom viel für einen Tag aus, in manchen Gegenden sogar länger. Auf den Straßen gab es ein Verkehrschaos weil die Räumfahrzeuge der Schneemassen nicht mehr Herr wurden.

Jahr 1981

Übersicht:

  1. Im Gimmenhauser Filz wird ein Teich ausgehoben
  2. Skirennnen des Jugendclubs am Leitenberg
  3. Faschingsumzug des Jugendclubs
  4. Molkereigenossenschaft ehrt Johann Böglmüller für 25-jährige Tätigkeit
  5. Ein nasser Herbst

1. Im Gimmehauser Filz wird ein Teich ausgehoben

Am 20. Januar dieses Jahres begann man im Gimmenhauser Filz einen Teich auszuheben um den verschiedenen Vogelarten Wasser und Bademöglichkeit zu geben. Die jungen Birken dieses Filzes wurden an das Kreisbauamt Landsberg abgegeben. Sie wurden mit dem Ballen verpflanzt.

2. Skirennen des Jugendclubs am Leitenberg

Beim Leitenberg findet heuer wieder bei guter Schneelage ein Skirennen des Jugendclubs statt. Bei guter Beteiligung wurde ein schönes Rennen durchgeführt. Sieger der Teilnehmer über 18 Jahre wurde Dusch Herbert. Sieger der Teilnehmer unter 18 Jahre wurde Dirr Josef. Am gleichen Tag abends fand die Generalversammlung des Schützenvereins statt, es wurden keine Wahlen durchgeführt.

3. Faschingsumzug des Jugendclubs

Der Faschingsumzug des Jugendclubs Ludenhausen wurde am Sonntag 1. März dieses Jahres durchgeführt. Der Zug führte durch die Straßen und Wege von Ludenhausen und Gimmenhausen. Voraus fahren ein Motorrad und ein Auto die einen unheimlichen Krach machen. Dann kommen die Wagen vier an der Zahl, die lustige Themen des vergangenen Jahres behandeln. So ging ein Mistbreiter vor dem Lagerhaus mit Achsbruch zu Boden. Ein Bauer aus Gimmenhausen brachte es fertig ohne Milch zur Molkerei zu fahren.

4. Molkereigenossenschaft ehrt Johann Böglmüller für 25-jährige Tätigkeit

Bei der ordentlichen Generalversammlung der Molkereigenossenschaft Ludenhausen am 26.3.1981 wurde Johann Böglmüller für seine 25-jährige Tätigkeit als Rechner mit der silbernen Raiffeisennadel ausgezeichnet.

5. Ein nasser Herbst

Der Herbst des Jahres 1981 war sehr reich an Niederschlägen, sodass sehr viel Futter auf den Felder verrottete, weil es nicht eingefahren werden konnte.

Jahr 1982

Übersicht:

  1. Unglück beim Holzschneiden
  2. Dachdecker stürzt vom Dach

1. Unglück beim Holzschneiden

Anfang März dieses Jahres verunglückte Albertine Merkle beim Holzabschneiden mit der Kreissäge. Sie schnitt sich in die Hand. Der Heilungsprozess verlief langsam und sie musste längere Zeit im Krankenhaus bleiben.

2. Dachdecker stürzt vom Dach

Am Gründonnerstag ereilte Johann Riedle ein Unglück. An einem stark windigen Tag, es war der Neubau von Weinberger Xaver in der Leitenbergsiedlung, begann man das Dach einzudecken. Gegen 11 Uhr Vormittag verlor Johann Riedle das Gleichgewicht und fiel vom Dach. Er musste mit einer Beckenzertrümmerung ins Krankenhaus gebracht werden.

Jahr 1983

Übersicht:

  1. Jugendclub Ludenhausen wird ins Vereinsregister eingetragen
  2. Namen für die Feldwege im Ortsbereich der Flur
  3. Tödlicher Verkehrsunfall zwischen Gimmenhausen und Wolfgrub
  4. Ein Ständchen der Blasmusik in Gimmenhausen
  5. Die wilde Jagd eines Gespanns mit scheuenden Pferden
  6. Abfackeln von Erdgas als spektakuläres Schauspiel
  7. Gartenfest des Jugendclubs im Pfarrgarten

1. Jugendclub Ludenhausen wird ins Vereinsregister eingetragen

Der Jugendclub Ludenhausen wird in das Vereinsregister eingetragen und führt seit dem 14.1.1983 die Bezeichnung "Jugendclub Ludenhausen E.V." . Er gibt sich damit auch eine eigene Vereinssatzung. Am 16.1.1983 wird die Bevölkerung von Ludenhausen in den Clubraum im ehemaligen Schulsaal eingeladen, dabei können auch die Räume des neuen Gemeindebüros besichtigt werden. Bei Kaffee und Kuchen wird der Einladung von vielen Bürgern Folge geleistet.

Der Jugendclub entstammt dem ehemaligen Maibaumverein, der 1963 von der Jugend aus Ludenhausen und Gimmenhausen gegründet wurde und schon 1965 mit dem ersten Faschingsumzug an die Öffentlichkeit trat.

2. Namen für die Feldwege im Ortsbereich der Flur

Am 24.2.1983 werden die VG. Angestellte Frau May und der Gemeinderat und Chronikschreiber Stämmele B. beauftragt, allen Feldwegen im Ortsbereich der Flur Ludenhausen eine Namen zu geben.

3. Tödlicher Verkehrsunfall zwischen Gimmenhausen und Wolfgrub

Am 26. Dezember am Stephanstag ereignete sich morgens um etwa 2 Uhr 30 zwischen Gimmenhausen und Wolfgrub in Höhe Böglmüller-Stämmele Wald auf der rechten Seite der Straße ein tödlicher Unfall. Ein junger 29 jähriger Mann aus Diessen, der bei Freunden in Ludenhausen zu Besuch war (altes Haus Schorer) kam mit seinem Kombi ins Schleudern und das Fahrzeug überschlug sich. Der Fahrer, der allein im Wagen saß, wurde herausgeschleudert wobei er seine tödlichen Verletzungen erlitt. Erst 6 Stunden später gegen 8 Uhr 25 wurde der Unfall von einer Bedienung die zur Arbeit fuhr entdeckt. Es war Frau Staud aus Dettenschwang, sie meldete den Unfall der Polizei.

4. Ein Ständchen der Blasmusik in Gimmenhausen

Am Sonntag den 17. April vormittags ging es in Gimmenhausen hoch her. Die Pflugdorf-Stadler Blasmusikkapelle kam in fast voller Besetzung zu Stangl Josef und spielten ihm ein Ständchen. Der Grund war eine Wette die es einzulösen galt.

5. Die wilde Jagd eines Gespanns mit scheuenden Pferden

Am 25.61983 fuhr der Lehrer Lunzer, Schulleiter an der Schule in Rott, mit seinem Gäuwägelchen mit zwei Pferden bespannt in Begleitung eines Freundes von Issing übers Feld nach Gimmenhausen. An der Flurgrenze am Blindseefilz scheuten die Pferde an einem verlorenen Heuballen. Als die Pferde nicht mehr zu halten waren, sprangen die Fahrer vom Wagen und das Gespann raste allein in Richtung Gimmenhausen. An der Garage bei Stangl stürzte das Wägelchen um und lag auf der Pritsche. In wilder Jagd rannten die Pferde nun weiter durch Gimmenhausen ohne auf ein Hindernis zu stoßen in Richtung Hauptstraße, wo sie dann zum Stehen kamen. Wie ein Wunder wurde keiner der beiden Personen ernsthaft verletzt.

6. Abfackeln von Erdgas als spektakuläres Schauspiel

Nach wochenlangen Vorbereitungen und dann erfolgreichem Abschluss der Tiefbohrung nach Erdöl oder Erdgas an der Bohrstelle Kinsau I in der Mühlau in Reichling musste der Überdruck abgefackelt werden. Dieses Abfackeln wurde am 21.7.1983 abends vorgenommen. Die Flamme hatte eine solche Mächtigkeit, dass sie den Himmel rot erhellte. Das Schauspiel war weit über die Grenze des Landkreises hinaus sichtbar, wodurch viele Schaulustige angelockt wurden. Manche kamen sogar aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Die Fackel brannte mehrere Tage.

7. Gartenfest des Jugendclubs im Pfarrgarten

Der Jugendclub Ludenhausen veranstaltet am 22.7.1983 sein Gartenfest im Kinderspielplatz am Pfarrhof, dem ehemaligen Pfarrgarten. Eine drei Mann Kapelle spielt zur Unterhaltung. Ein lustiges Völkchen von etwa 200 Personen Jung und Alt lassen sich Bier vom Fass und gegrilltes Fleisch und Würstchen schmecken. Das Fest wurde ein voller Erfolg und soll nächstes Jahr wiederholt werden.

Jahr 1984

Übersicht:

  1. Friedhoferweiterung
  2. Ein Interview eines in Südafrika lebenden Ludenhauseners im Fernsehen
  3. Eine neue Fernsprechleitung wird verlegt
  4. Der Gimmenhauser Filz geht als Naturschutzgebiet an die Gemeinde
  5. Die Christbaumversteigerung und die Gastwirtschaft wird geschlossen

 

1. Friedhoferweiterung

Ende August dieses Jahres beginnt man mit den Arbeiten zur Friedhoferweiterung. Die Gemeinde konnte durch die Großzügigkeit von Georg Bauer den Friedhof in Ludenhausen erweitern. Die Kosten für das Grundstück sind uns leider nicht bekannt. Die Fa. Floriz aus Apfeldorf wurde beauftragt die Erweiterungsarbeiten durchzuführen. Deren Kosten belaufen sich auf 55 000 DM.

2. Ein Interview eines in Südafrika lebenden Ludenhauseners im Fernsehen

Am 9.12.1984 brachte das Fernsehen der ARD Rundfunkanstalten einen Bericht über Südafrika. In deren Verlauf wurde auch ein Interview mit dem aus Ludenhausen stammenden und 1964 ausgewanderten Erwin Schwentzek gesendet, der dort einen Supermarkt leitet.

3. Eine neue Fernsprechleitung wird verlegt

Beim Verlegen einer neuen Fernsprechleitung, bei deren Arbeiten auch ein Leerrohr für das kommende Kabelfernsehen verlegt wurde, gingen die Arbeiten vom 6.bis 15. Juni auch durch unsere Flur. Von Abtsried kommend verläuft das Kabel entlang der Straße bis zur Abzweigung Gimmenhausen am Windachgraben entlang und südlich am Gimmenhauser Filz vorbei Richtung Wasserhaus zur Hauptstraße. Die Trasse der gesamten Leitung geht von der Erdfunkstelle Raisting nach Landsberg.

Zur gleichen Zeit wurde in Gimmenhausen der größte Teil der Telefonleitung verkabelt und in den Boden verlegt.

4. Gimmenhauser Filz geht als Naturschutzgebiet an die Gemeinde

Der Gimmenhauser Filz bis 1976 in Parzellen aufgeteilt und den Bauern von Gimmenhausen und Ludenhausen gehörig, wurde von den Besitzern bei der Neuverteilung im Punktverhältnis mit 3 Punkten an die Teilnehmergemeinschaft abgegeben. Die Teilnehmergemeinschaft übereignete den gesamten Filz an die Gemeinde.

Die bayerische Naturschutzbehörde veranlasste im Juli 1984 die Inschutznahme des Gimmenhauser Filz.

5. Die Christbaumversteigerung und die Gastwirtschaft wird geschlossen

Am 26. Dezember wird noch in der Wirtschaft wie es Tradition ist, mit großem Erfolg die Christbaumversteigerung durchgeführt. Der Jugendclub bringt einen Einakter zur Aufführung, die Weihnachtsgeschichte liest Siegfried Schmid und das Ganze wird von musizierenden Kindern und dem Kirchenchor umrahmt.

Schon 2 Tage später wird die Wirtschaft auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der Wirt sitzt im Gefängnis, die Wirtin ist Alkoholikerin und muß ins Krankenhaus gebracht werden. Es wurde noch erreicht, daß wenigstens der Schützenverein Zugang zum Schießstand erhält.

 

Jahr 1985

Übersicht:

  1. Ein sehr kalter Januar
  2. "Gaudirutschen" des Jugendclubs am Leitenberg
  3. Ein dritter Platz beim Motocross-Rennen in Nürnberg
  4. Bei der Müllbeseitigung wird vermehrt auf Recycling gesetzt
  5. Die Friedhofsmauer wird saniert
  6. Seismographische Messungen im Landkreis
  7. Schützenverein Hubertus feiert 95-jähriges Jubiläum
  8. Ein Italiener ist neuer Wirt beim Happerger
  9. Goldene Hochzeit des Ehepaares Leonhard und Magdalena Weinberger
  10. Der beliebte Pfarrer Thomas Baumgartner geht in den Ruhestand
  11. Biathlonwettbewerb der Hubertusschützen

1. Ein sehr kalter Januar

Der Januar des Jahres 1985 ist sehr kalt und erreicht Temperaturen von fast minus 30 Grad. Bei vielen Fahrzeugen versulzt der Dieselkraftstoff und sie bleiben auf der Straße liegen. Viele Wasserleitungen frieren ein und müssen aufgetaut werden. Am 19 Januar bricht die Kälte und am 22. Januar regnet es. Ebenso kalte Winter hatten wir in den Jahren 1929, 1943, 1963.

2. Gaudirutschen des Jugendclubs am Leitenberg

Am 20. Januar veranstaltet der Jugendclub Ludenhausen am Leitenberg ein "Gaudirutschen". Es dürfen Autoschläuche, Plastiksäcke, aber auch sonstige auf Schnee gleitende Untersätze verwendet werden, aber keine Schlitten. Die Schneeauflage ist gut, die Beteiligung sehr zahlreich. Es waren 38 Teilnehmer am Start.

Sieger:

bis 40 kg Bernd Glück
40-70 kg Michael Veit
über 70 kg Walter Eberle
Doppelsitzer : Thomas Jahl und Siegfried Schmid

3. Ein dritter Platz beim Motocross Rennen für Motorräder in Nürnberg

Der Ludenhauser Ludwig Stork erreicht im April dieses Jahres bei einem Motocross Rennen für Motorräder in Nürnberg einen beachtlichen 3. Platz. Er startete für den M.M.S. Lechgau in der Klasse bis 125 ccm. Bei einem Fahrerfeld von 138 Teilnehmern wurde er von den besten 30 Fahrern Dritter.

4. Bei der Müllbeseitigung wird vermehrt auf Recycling gesetzt

Im Zuge der Müllbeseitigung tauchen immer wieder neue technischen Schwierigkeiten auf. Seit einiger Zeit betreibt man in diesem Bereich vermehrt Recycling mit Glas, Altpapier, Pappe, Eisen, Sondermüll. Für den Abfall von Öl und Lacke wird in Ludenhausen eine blaue Tonne aufgestellt.

5. Die Friedhofsmauer wird saniert

Nachdem im Herbst 1984 der östliche Aufgang zum Friedhof saniert werden konnte ging man im Herbst 1985 daran die schon so oft notdürftig ausgeflickte alte Friedhofsmauer zu sanieren und zu verfestigen. Dazu musste eine Spezialfirma, die vom Dekanatsamt Augsburg empfohlen wurde, mit der Arbeit betraut werden. Die Kosten der Renovierung beliefen sich auf 92 722 DM.

6. Seismographische Messungen im Landkreis

Nachdem die Bohrungen Kinsau I und Kinsau II abgeschlossen sind wollte man daran gehen Dettenschwang I, die Bohrung auf dem Acker von Schelle Benedikt rechts vor der Einfahrt zum Gimmenhauser Buchholz niederzubringen. Dies wurde aber durch den abfallenden Ölpreis und aus geologischen Gründen verschoben. Vielmehr ging die Hannover Firma Seismos daran mit seismographischen Messungen den ganzen Landkreis Landsberg zu vermessen. Dazu waren 4 große Vibrationswagen ständig im Einsatz vom Mitte Oktober bis ins Frühjahr.

7. Schützenverein Hubertus feiert 95 jähriges Jubiläum

Am 11. Mai 1985 feierte der Schützenverein "Hubertus" Ludenhausen sein 95 jähriges bestehen. Hierzu wurden der Schützenverein Reichling und der Patenverein Issing eingeladen. Etwa 300 Schützen folgten ihren Fahnenabordnungen und den Fahnen der Ortsvereine aus Ludenhausen und Reichling zur Kirche. Nach der feierlichen hl. Messe für die verstorbenen Mitglieder und der Totenehrung, ging es mit der Musikkapelle Reichling in einem kleinen Festzug zum Gasthaus Happerger. Nach der Begrüßung des 1. Schützenmeisters Meiendres, sprachen noch die Festredner: 1. Bürgermeister und stellvertretender Landrat Franz Horner, 1. Gauschützenmeister Mitterhuber der auch verdiente langjährige Mitglieder ehrte. Die Feierlichkeiten nahmen um 11 Uhr ein jähes Ende, bedingt durch den Tod der Schützenkameradin Roswitha Welzmüller von Diana Issing.

8. Ein Italiener ist neuer Wirt beim Happerger

Am 1. Februar ziehen wieder Wirtsleute bei Happerger ein. Diesmal ist es das Ehepaar Grande. Der Mann und neue Wirt ist Italiener, die Wirtin stammt aus Rott von der Familie Fernsemser. Ab jetzt gibt es in Ludenhausen die überall so beliebte Pizza in verschiedenen Variationen.

9. Goldene Hochzeit des Ehepaares Leonhard und Magdalena Weinberger

Am 19. Mai diese Jahres konnte das Ehepaar Leonhard und Magdalena Weinberger im Kreise ihrer vier Kinder und zahlreicher Enkelkinder sowie mit der ganzen Gemeinde die Goldene Hochzeit feiern. Nach dem Hochzeitsamt fand das Hochzeitsmahl im Saale Happerger mit vielen geladenen Gästen statt.

10. Der beliebte Pfarrer Thomas Baumgartner geht in den Ruhestand

Am Pfingstmontag feierte der in Ludenhausen so beliebte Pfarrer Thomas Baumgartner seine letzte hl. Messe, wo er sich auch bei seinen Gläubigen verabschiedete, bei denen er mehr als 25 Jahre als Seelsorger gewirkt hatte. Ein schweres Leiden zwang ihn als Pfarrer von Rott und Vikar von Ludenhausen aufzugeben und in den Ruhestand zu gehen. Er war seit 19.5.1957 Vikar in Ludenhausen.

11. Biathlonwettbewerb der Hubertusschützen

Am 17.2.1985 wurde in Ludenhausen von den Hubertusschützen erstmals ein Biathlonwettbewerb durchgeführt. Reizele Manfred der 2. Vorstand des Schützenvereins hatte die Organisation übernommen, und konnte 20 Teilnehmer auf die 4 km lange Loipe schicken, die zweimal durchlaufen werden mußte, dazwischen waren Schießübungen mit eventuellen Strafrunden.

Die Sieger:

Herren:

  1. Richard Kugelmann
  2. Reizele Manfred
  3. Thomas Sepp

Damen:

  1. Barbara Sepp
  2. Marianne Sepp (Mutter)

 

Jahr 1986

Übersicht:

  1. Sternsinger gehen wieder durchs Dorf
  2. Die Feldwege werden staubfrei gemacht
  3. Die Heimatvertriebenen treffen sich zum Gedenken nach 40 Jahren
  4. Gestaltung des Leichenhauses mit einem künstlerischen Relief
  5. Renovierung des Hochbehälters der Wasserversorgung auf dem Leitenberg

1. Sternsinger gehen wieder durchs Dorf

Nach mehr als 30 Jahren Pause gingen heuer zum ersten Mal wieder die Sternsinger durch das Dorf. In der Hauptsache sind es Ministranten, die nach der Kirche vom Pfarrer ausgeschickt wurden um für kirchliche Projekte in der dritten Welt zu sammeln. Die Süßigkeiten die sie geschenkt bekommen gehören selbstverständlich den "Heiligen Drei Königen".

2. Die Feldwege werden staubfrei gemacht

Am Donnerstag nach Ostern 1986 begann die Fa. Haseitl aus Schongau damit verschiedene Feldwege staubfrei zu machen. Es sind dies der Gaudenmühlenweg - Jochrumweg Teilstück und der Jungholzweg. Die Kosten von 156644 DM wurden zu einem Drittel von der Jagdgenossenschaft und zu zwei Drittel von der Gemeinde getragen.

3. Die Heimatvertrieben treffen sich nach 40 Jahren zum Gedenken

Am 19.4.1986 trafen sich die Heimatvertriebenen, die am 17.4.1946 nach Ludenhausen kamen und hier aufgenommen wurden, nach 40 Jahren zum Gedenken. Das Treffen wurde von Johann Urbanek organisiert. Sein Sohn der Pfarrer Erich Urbanek feierte die heilige Messe um 9 Uhr in unserer Pfarrkirche. Danach traf man sich im Saal von Gasthaus Happerger, wo man sich bestimmt vieles zu erzählen hatte. Zu diesem Treffen wurden auch die Dorffamilien eingeladen welche die Heimatvertriebenen damals aufgenommen hatten.

4. Gestaltung des Leichenhauses mit einem künstlerischen Relief

Im April dieses Jahre wurde, nachdem das Grab der Familie Happerger auf die Familie Reizele überging auch der Grabstein entfernt. Da aber das Mittelstück in seiner künstlerischen Gestaltung, ein in Sandstein gehauener "Anklopfender Heiland", dem Gemeinderat wertvoll erschien, erwarb man ihn für die Gestaltung des Aufenthaltsraums vor der Aufbahrungshalle des Leichenhauses. Das Relief wurde an der rechten (östlichen) Innenmauer eingelassen.

5. Renovierung des Hochbehälters der Wasserversorgung auf dem Leitenberg

Im Herbst dieses Jahres musste der große Hochbehälter der Wasserversorgung auf dem Leitenberg einer gründlichen Renovierung unterzogen werden. Die Wände und die Decke wurden mit Sandstrahlgeräten gereinigt und neu beschichtet ebenso mussten mehrere Armaturen ausgewechselt werden.

Schon 1975 wurde für Ludenhausen eine Druckerhöhungsanlage eingebaut um in erster Linie die etwas höher liegenden Häuser mit ausreichend Wasserdruck zu versorgen

Jahr 1987

Übersicht:

  1. Die Wetterkapriolen im Jahr 1987
  2. Der Bau des neuen Feuerwehrhauses in Ludenhausen
  3. Diakon Manfred Ringmayr aus Ludenhausen hält erste Predikt
  4. Das Abfeuern von Feuerwerksraketen in Wohngebieten wird verboten
  5. Der verregnete Sommer, die Dorffeste und ein Fahrradturnier
  6. Ein Gymnasiast verletzt sich bei der Landarbeit
  7. Zusammenstoß von zwei Traktoren
  8. Für Recycling von Müll werden weitere Container aufgestellt
  9. Das neue Feuerwehrhaus und Feuerwehrauto werden eingeweiht
  10. Schulungsunterricht der Freiwilligen Feuerwehr Ludenhausen
  11. Maurerlehrling fällt vom Baugerüst
  12. Das Pfarrheim wird im vorderen Schulhaus eingerichtet
  13. Viel Lob durch die Behörden bei der Ortsbesichtigung

1. Wetterkapriolen im Jahr 1987

Das Wetter im Frühjahr und Sommer war sehr kühl und nass. Nur kurze Abschnitte waren schön und trocken. So wurde das Futter zwar alt aber man brachte es gut nach Hause. Der Herbst war eine Pracht, bis Anfang Dezember ein Kälteeinbruch 13 Grad Minus brachte. Ab Mitte Dezember bis nach Neujahr herrschte dann wieder frühlingshaftes Wetter.

2. Der Bau des neuen Feuerwehrhauses in Ludenhausen

Nach der ersten Arbeitsvergabe am 21.4.1986 für ein neues Feuerwehrhaus in Ludenhausen, das an der Stelle entstehen soll wo einst die Garage und der Eiskeller der Gastwirtschaft waren, wurde mit viel Fleiß gearbeitet.

Als erstes mussten die Garagen und der Eiskeller abgebrochen werden, dann wurde der Maibaum umgelegt und dessen Lochfundamente mit dem Kompressor in mehreren Stunden Arbeit zerlegt. Dann konnte in Eigenleistung der Löschwasserbehälter gebaut werden. Nun ging man an den Bau des Feuerwehrhauses welches wieder einen hohen Einsatz von Freiwilligen Helfern verlangte, die bei den Mauerer- und Zimmererarbeiten mithalfen. So wurde auch der Garagenraum in Eigenleistung von Max Keller und Fritz Reizele mit einigen Helfern gefliest.

3. Diakon Manfred Ringmayr aus Ludenhausen hält seine erste Predigt

Am heiligen Abend dieses Jahres durfte der angehende Diakon Manfred Ringmayr aus Ludenhausen, Sohn von Andras und Magdalena Ringmayr, das erste mal, auf Geheiß des Bischofs in unserer Pfarrkirche bei der Christmette die Predigt halten. Das gleiche durfte er auch in Reichling. Am ersten Weihnachtstag trug er dann die hl. Kommunion zu den Kranken und Gehbehinderten unseres Dorfes.

4. Das Abfeuern von Feuerwerksraketen in Wohngebieten wird verboten

Der Gemeinderat der Gemeinde Reichling verbot für die Zukunft in allen 4 Teilorten Reichling, Reichlingsried, Ludenhausen und Gimmenhausen im Umkreis von 300 m um Wohngebiete das Abfeuern von Feuerwerksraketen an Silvester. Der Grund, es gab in manchen Gemeinden verheerende Schadensfeuer. Das Verbot wurde auch größtenteils eingehalten, nur in Ludenhausen gab es einige Aufregung. Einem Querkopf fiel es ein, das Glas des Feuermelders bei Kümmet einzuschlagen und den Alarmknopf zu drücken. Auf Grund des Feueralarms liefen und fuhren viele Feuerwehrleute zum Feuerhaus wo sie dann feststellen mussten, dass es blinder Alarm war.

5. Der verregnete Sommer, die Dorffeste und ein Fahrradturnier

Der verregnete Sommer dieses Jahres, das Frühjahr war nicht besser, war Grund dafür, dass sich der Jugendclub entschloss im Stadl von Kornelius Stork (beim Kreuzbauer) ein Stadlfest abzuhalten. Das Fest wurde ein voller Erfolg.

Das Dorffest im Kinderspielplatz musste zweimal abgebrochen werden, denn jedes Mal kam am frühen Abend ein starkes Gewitter.

Beim Fahrradturnier am 23.2.1987 vom Jugendclub veranstaltet nahmen viele Jugendliche und auch Ältere Teil. Die Strecke ging über 10 x 3.5 km.

Die Sieger waren:

  1. Schelle Gerhard
  2. Reizele Manfred
  3. Mayr Michael

6. Ein Gymnasiast verletzt sich bei der Landarbeit

Der Wald von Erbe Günter an der Hofwiese birgt einen kleinen Fischweiher den der Besitzer des Menglerhofes Herr Kümmet bewirtschaftet. Bei Mäharbeiten mit einigen seiner Gymnasiasten aus Landsberg fiel ein Junge vom fahrenden Wagen und verletzte sich erheblich. Er musste mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht werden.

7. Zusammenstoß von zwei Traktoren

Am 27. August fahren Bernd G. und Mathias S. bei der alten Reserve mit ihren beiden Traktoren zusammen. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Bei Mathias S. entstand Schaden am Traktor und am neuen Vakuumfass.

8. Für Recycling von Müll werden weitere Container aufgestellt

Das große Müllaufkommen wird in allen Regionen unseres Landes immer mehr zu einem Problem. So wird versucht einen Teil von wiederverwertbaren Stoffen dem Recycling zuzuführen. Nachdem sich in den letzten Jahren die örtliche Vereine bemühten Altpapier und Altglas zu sammeln um ihre Vereinskasse aufzubessern, bemüht sich das Landratsamt dieses Problem auf höherer Ebene zu lösen. So wurde nach dem Aufstellen einer blauen Tonne für ölhaltige Bestandteile im Januar dieses Jahres drei Container für Altglas gegenüber von Sabine Schamper auf Gemeindegrund aufgestellt.

9. Das neue Feuerwehrhaus und Feuerwehrauto werden eingeweiht

Am 8.11.1987 war es dann so weit das neue Feuerwehrhaus mit dem Löschwasserbehälter und dem neuen Feuerwehrauto konnten von Pfarrer Prestele eingeweiht werden. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Dorfbevölkerung, die Fahnenabordnungen aller Vereine der Gesamtgemeinde und des Patenvereins Rott. Des weiteren waren anwesend der Landrat Filser, Bürgermeister Horner, die Feuerwehrkommandanten der Verwaltungsgemeinschaft Reichling, sowie Kreisbrandmeister Stauber, Kreisbrandrat Drischberger und sein Vorgänger Nadler. Nach der Einweihung wurde das neue Haus zur Besichtigung freigegeben und Bürgermeister Horner lud alle freiwilligen Helfer und Ehrengäste in den Saal des Gasthofes Happerger zum Mittagessen. Nach Ansprachen von Landrat Filser und den Honoratioren der Feuerwehr überreichte Architekt Breu die Schlüssel an den Kommandanten Max Keller.

10. Schulungsunterricht der Freiwilligen Feuerwehr Ludenhausen

Am 15 Dezember wurde der erste Schulungsunterricht der Freiwilligen Feuerwehr Ludenhausen im neuen Feuerwehrhaus abgehalten. Gekommen waren etwa 20 Mann. Die Schulung wurde vom Kommandanten Max Keller aus Ludenhausen gehalten.

11. Maurerlehrling fällt vom Baugerüst

Am 15. September fiel Christian E., der als Lehrling beim Bauunternehmen Floriz in Apfeldorf beschäftigt ist, 10 Minuten vor Feierabend vom Gerüst am Haus Nr. 19 in Ludenhausen, dabei verletzte er sich erheblich am Fuß. Haus Nr. 19 wird nach dem Verkauf der Familie Sepp an den Verwandten Strauß aus Iffeldorf bei Penzberg als Bankgebäude und Wohnhaus umgebaut.

12. Das Pfarrheim wird im vorderen Schulhaus eingerichtet

Mit viel freiwilliger Arbeit einiger Dorfbewohner und etwa 70 000 DM wurde im vorderen Teil des Schulhauses (Erdgeschoss) das Ludenhauser Pfarrheim eingerichtet. Es wurde am Sonntag den 11.10.1987 nach der hl. Messe feierlich von Pfarrer Prestele eingeweiht. Die Einrichtungen sollen vor allem den verschiedenen Aktivitäten der Pfarrgemeinde dienen.

13. Viel Lob durch die Behörden bei der Ortsbesichtigung

Bei der Ortsbesichtigung am 8.11.1987 waren außer dem Gemeinderat und dem Bürgermeister, der Landrat Filser sowie die zuständigen Vertreter des Bauamtes, des Schulamtes, des Gesundheitsamtes und ein Vertreter der Presse anwesend. Nach der Besichtigung der Hauptgemeinde Reichling fuhr man mit dem Auto in mehreren Gruppen zu den Ortsteilen Reichlingsried, Ludenhausen und Gimmenhausen. Die Gremien hatten besonderes Lob für die vorbildliche Gestaltung des Feuerwehrhauses in Ludenhausen und die Gesamtanlage des Friedhofs, bei dem die Erweiterung und Renovierung der Friedhofsmauer gerade abgeschlossen waren. Der Landrat bezeichnete den Gesamteindruck und die Finanzlage der Gemeinde als sehr zufriedenstellend. Die vorherige Ortsbesichtigung war am 5.7.1983.

Jahr 1988

Übersicht:

  1. Wintergewitter mit heftigem Schneetreiben
  2. Ein Hochzeitspaar fährt mit dem Landauer zur kirchlichen Trauung
  3. Jubiläum des Jugendclubs und großer Ärger kommt ins Haus
  4. Der Feuerwehrverein besucht das Deutsche Museum
  5. Außergewöhnliche frühe Heuernte in diesem Jahr

1. Wintergewitter mit heftigem Schneetreiben

Am Montag den 8. Februar dieses Jahres hatte es abends gegen 6 Uhr ein Gewitter mit heftigem Schneetreiben. Es war schon das zweite Gewitter in diesem Jahr. Das gesamte Wetter war seit Mitte Dezember des Vorjahres, man könnte fast sagen frühlingshaft. Nur zweimal fiel geringfügig Schnee der meist nach kurzer Zeit wieder verschwunden war.

2. Ein Hochzeitspaar fährt mit dem Landauer zur kirchlichen Trauung

Ein schon sehr lang nicht mehr gesehenes Bild bot sich am 7. Mai in Gimmenhausen. Siegfried Graf und seine Frau Gabi geb. Huber fuhren bei herrlichem Frühlingswetter im Beisein ihres Töchterleins Miriam mit dem Landauer zur kirchlichen Trauung. Das Gespann, zwei schöne Haflinger und der Landauer gehören Schneider Raimund von Ludenhausen. Am Zügel des festlich herausgeputzten Gefährts war Manfred Reizele assistiert von Schneider Raimund.

3. Jubiläum des Jugendclubs und großer Ärger kommt ins Haus

Der Jugendclub ursprünglich aus dem gemeinsamen Maibaumaufstellen entstanden und 1963 als "Jugendclub Ludenhausen" getauft konnte heuer sein 25-jähriges Bestehen feiern. Doch schon einen Tag später, nach der Freinacht, am 2. Mai gab es eine große Mißstimmung bei Bürgermeister Horner und dem zweiten Bürgermeister Weinberger, die den Jugendlichen ordentlich die Leviten lasen. War es doch einigen Burschen eingefallen einige Hundert Flaschen zu zerschlagen, nach Issing zu fahren und sie Nachts in die offene Maibaumgrube zu kippen. Die Issinger holten das Glas wieder aus der Grube und kippten es vor den Eingang zur Schuttgrube in Ludenhausen, wo sich von den Jugendlichen niemand verpflichtet fühlte es zu entfernen. Eine zweite Gruppe fuhr nach Epfach und zerschlug mit einem Meissel das Gewinde der Muttern vom Rahmen in dem der Maibaum befestigt wird. Das sind keine Freinachtsscherze mehr!

4. Der Feuerwehrverein besucht das Deutsche Museum

Am 18.6.1988 macht der Feuerwehrverein einen Eintagesausflug nach München. Man besucht das Deutsche Museum und hält sich den Rest des Tages auf dem Marienplatz auf. Die Abfahrt war um ½ 9 Uhr vormittags zur Stallzeit und um etwa 5 Uhr nachmittags war man wieder zuhause.

5. Außergewöhnlich frühe Heuernte in diesem Jahr

Die Heuernte in diesem Jahr begann außergewöhnlich früh. Schon am 16. Mai fingen viele an das erste Silo zu mähen und einzufahren und anschließend wurde auch gleich das Heu gemacht. So waren einige bereits am 26. Mai mit dem Heu fertig. Eine Schlechtwetterperiode verzögerte den Rest etwas, doch bis zum 17. Juni hatten fast alle die Heuernte abgeschlossen. Die Qualität war gut und die Menge reichlich.

Jahr 1989

Übersicht:

  1. Karfreitagsratschen der Ministranten in Gimmenhausen
  2. Das Dorf bereitet sich auf die Primiz von Manfred Ringmayr vor
  3. Der alte Schulbrunnen kommt wieder zu Tage
  4. Die Primiz von Manfred Ringmayr wurde ein großes Fest

1. Karfreitagsratschen der Ministranten

Am Karfreitag des Jahres 1989 gingen zum zweiten Mal die Ministranten durch das Dorf mit ihren Karfreitagsratschen. Diesmal kamen sie auch nach Gimmenhausen. Von den Leuten bekamen sie in der Hauptsache Geld und Leckereien. Am Ende hatten sie ein Kasse von über 600 DM, wovon sie nur eine Kleinigkeit behielten und das andere Geld für neue Ministrantengewänder zurücklegten.

2. Das Dorf bereitet sich auf die Primiz von Manfred Ringmayr vor

Am 27.4.1989 fand im Pfarrheim eine Sitzung von Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, Gemeinderat von Ludenhausen und Vereinsvorstände statt. Man beriet die bevorstehende Primiz von Manfred Ringmayr und vergab Aufgaben der Organisation an die anwesenden Personen. Den Vorsitz hatte der 2. Bürgermeister Weinberger.

3. Der alte Schulbrunnen kommt wieder zu Tage

Beim Anlegen der neuen Parkplätze an der Schuleinfahrt zum Pfarrheim am 21.4.1989 kam auch der Schulbrunnen wieder zum Vorschein, er war mit einer starken Betonplatte abgedeckt. Da man die Platte wegen ihrer Höhe entfernen musste konnte man in den Brunnen hinunterschauen und die handwerkliche Meisterleistung bewundern und fotografieren. Der Brunnen wurde 1896 vermutlich von Anton Stangl gebaut, ist 14 m tief und hat einen Durchmesser von 1,05 Meter. Er hat einen Wasserstand von 75 cm und ist mit Ziegelsteinen ohne Mörtel rund ausgelegt. Am 24.4.1989 wurde der Brunnen wieder verschlossen.

4. Die Primiz von Manfred Ringmayr wurde ein großes Fest

Der Sonntag 2. Juli 1989 war ein denkwürdiger Tag für Ludenhausen. Erstmals in der Geschichte unseres Dorfes wurde mit Manfred Ringmayr ein Ludenhausener Bürger zum Priester geweiht, was nicht nur für den Neupriester, sondern auch für das gesamte Dorf Anlass zur Freude war. Gut eingestellt auf die Feier und den Besucherstrom hatten sich die Ludenhausener schon seit gut einem Jahr, und so schmückte nicht nur ein üppiger Blumenschmuck den Altar auf einer Wiese nach Gimmenhausen, sondern auch das Dorf war fein herausgeputzt zu haben. Wochenlang hatten fleißige Helfer an allen Ecken und Enden geputzt und geweißelt, Fahnenstangen aufgerichtet und trotz alledem die eigentliche Meinung der Primiz nie in den Hintergrund treten lassen.

Am Sonntag den 9. Juli fand in Ludenhausen die feierliche Primiz statt. An diesem Sonntagvormittag stand Gott, die Kirche und deren Neupriester Manfred Ringmayr im Mittelpunkt des Geschehens. Nachdem Ringmayr von seinem Elternhaus mit einem feierlichen Festzug und der Reichlinger Blasmusik abgeholt worden war, begleiteten ihn nicht weniger als 2000 Menschen zum Altarplatz und feierten am reich geschmückten Altar gemeinsam die heilige Messe. "Ich habe noch nie vor so vielen Regenschirmen gepredigt", gestand Pfarrer Helmut Enemoser aus Ichenhausen ein, als er zu Beginn seiner Primizpredigt auf den reichlichen nassen Segen von oben einging. Nicht weniger als 23 Ministranten und elf Pfarrer wohnten dem Primizgottesdienst bei, der neben einer nachmittäglichen Vesper in der Ludenhausener Pfarrkirche den Schwerpunkt der Primiz bildete und von einem Heer von Hobbyfotografen für die Zukunft festgehalten wurde.

Nach der Messe feierten nicht nur die geladenen Gäste im Gasthof Happerger. Auch die übrigen Besucher konnten bei einer Feier im Pfarrgarten nochmals den Vormittag Revue passieren lassen und bei strahlendem Sonnenschein die Primiz auf ihre Art bei Gegrilltem und Bier vom Faß begehen. Kommunionkinder aus Ludenhausen und Reichling gratulierten auf ihre Weise dem Primizianten: Mit selbstgemalten Bildern und gemeinsamen kurzen Liedchen waren sie im Gasthof Happerger angetreten, um Manfred Ringmayr alles Gute auf seinem weiteren Weg zu wünschen.

Bestens geklappt hatte nach Meinung der Besucher die gesamte Organisation, die von einem ganzen Korps von Freiwilligen auch den Regen zu überwinden schien. Allerdings wurde der feuchte Segen von oben der elektrischen Orgel zuviel, so dass sie kurzerhand ihren Geist aufgab und die Reichlinger Blaskapelle mit ihren Blasinstrumenten einspringen musste.

Jahr 1990

Übersicht:

  1. Das 100-jährige Jubiläum der Schützengesellschaft Hubertus
  2. Die Gegner der militärischen Tiefflüge demonstrieren

1. Das 100-jährige Jubiläum der Schützengesellschaft Hubertus

Am 5. Mai 1990 wurde das Zelt für das bevorstehende 100-jährige Jubiläum der Schützengesellschaft Hubertus aufgestellt. Es beteiligten sich dabei ca. 30 Personen fast alle Schützen. Am Sonntag den 6. Mai und Montag den 7. Mai wurden die Schießstände für das am 11. Mai beginnende Gauschießen des Schützengaues Landsberg aufgebaut.

2. Die Gegner der militärischen Tiefflüge demonstrieren

Am 7. Mai 1990 wurden von Gegnern der militärischen Tiefflüge eine Demonstration durchgeführt. Sie bezog sich auf das Allgäu, Schwaben und einen Teil von Oberbayern. Es wurden große Ballone mit ca. 1m Durchmesser mit einer Schnur auf eine Höhe zwischen 70 m und 100 m gebracht. Sie waren in den Farben rot und pink. Sie sollten verhindern, daß Tiefflüge unter 75 m Höhe geflogen werden. Auch in Ludenhausen wurden im Dorfbereich 4 dieser Ballone aufgelassen.

Jahr 1991

Jahr 1992

Jahr 1993

Übersicht:

  1. Veteranenverein Ludenhausen besucht Bunkeranlagen bei Igling
  2. Pfarrer Uhl führt bei Kommunionkindern einige Neuerungen ein

1. Veteranenverein besucht Bunkeranlagen bei Igling

Nach mehreren Terminverschiebungen gelingt es dem Veteranenvereinen von Ludenhausen und Reichling die Bunkeranlagen bei Igling zu besuchen. Die Anlagen unterstehen dem Luftwaffenversorgungsregiment 3 Landsberg am Lech.

Nach dem Empfang durch den stellvertretenden Kommandeur, gab es eine Videovortrag über die Aufgaben des Versorgungsregiments 3 und deren verschiedene Einrichtungen.

Dann ging es in den Bunker dessen Abmessungen so groß sind, dass sich ein nicht eingeweihter jederzeit verlaufen würde.

Sein Maße sind: Länge 283 m, Höhe innen 25 m, größte Nutzbreite 80 m, Nutzfläche 65000 qm, Betonstärke 3 bis 18 m.

Gezeigt wurden uns 3 Etagen des Bunkers. Sie dienen heute als Instandsetzungswerkstätten mit einem Lager für ca. 85000 Ersatzteile sowie eine Apotheke mit 20000 Präparaten. Auf dem Gelände wird auch flüssiger Sauerstoff für Flugzeugbesatzungen hergestellt.

Die Teilnehmer von Ludenhausen waren: Meierhofer Anton, Schmid Albert, Buttner Andreas, Veit Xaver, Böglmüller Johann Kreuzbauer, Tritschka Walter, Stämmele Burkhard. Die Teilnehmer von Reichling waren: Metsch Xaver, Dirr Richard, Mitschke Martin, Karl Franz.

2. Pfarrer Uhl führt bei Kommunionkindern einige Neuerungen ein

Pfarrer Uhl führte bei den Kommunionkindern einige Neuerungen ein. Zu Ostern wurden am Palmsonntag von den Kommunionkindern Palmbuschen auf ca. 1 m langen Stöcken getragen. Die Liturgie fand beim Primizkreuz statt, dann zog man gemeinsam in die Kirche.

Ebenso wurde am Eingang der Kirche ein Plakat gefertigt in deren Mitte das Bild des Pfarrers war und darum angeordnet die Bilder der Erstkommunionkinder mit ihren Namen.

Jahr 1994