Historischer FestzugDie Aufstellung1. VorreiterPferde von Familie Albert Hurnaus und Markus Hager, Rott 2.Festkapelle Reichling3. EhrenkutscheGespann von Konrad Noll, Reichling 4. Die Römer von EpfachHistorischer Ausschuss des Trachtenvereins Lechroaner Epfach In nahegelegen Epfach (Abodiacum) kreuzten sich in der Römerzeit die bekannte Via claudia und die Strasse von Kempten nach Gauting. Claudius Paternus Clementianus (65-130 n.Chr.) war ein bedeutender Mann der aus Abodiacum stammte. Dieser hohe römische Beamte keltischer Abstammung hatte es in vielen Stationen im Militär- und Zivildienst des römischen Reiches in Ungarn, Rumänien, Judäa, Sardinien und Nordafrika bis zum Procurator (Statthalter) der Provinz Noricum (Österreich) gebracht. Er war unter anderem oberster Richter, Oberbefehlshaber der Hilfstruppen und Leiter der kaiserlichen Kasse. Er kam später nach Epfach zurück und nahm hier seinen Altersruhesitz. Gespann von Martin Hartmann, Kinsau 5. Römischer Altarstein von LudenhausenSchützengesellschaft Hubertus Ludenhausen Im Jahr 1834 wurde an der Pfarrkirche von Ludenhausen ein römischer Altarstein aus dem Jahr 211 n. Chr. gefunden dessen Inschrift vollständig erhalten ist. Der Altarstein ist im römischen Museum in Augsburg aufbewahrt. 6. Die KeltenTrachtenverein D’Wurzbergler Reichling Die Kelten siedelten in der Zeit von 800 v. Chr. bis Christi Geburt am Lechrain und hinterließen zahlreiche Grabhügel auf der Eichwiese zwischen Ludenhausen und Reichling und die Viereckschanze bei Reichlingsried. Gespann von Hubert Kracher, Dettenschwang 7. Bajuwarische Krieger Schützenjugend Ludenhausen In der Zeit der Völkerwanderung im 5. und 6. Jahrhundert kamen die Bajuwaren und Alemannen an den Lechrain. Aus dem Ortsnamen lässt sich auf die Gründungszeit von Ludenhausen im Zeitraum 500-525 n. Chr. schließen. 8. Musikkapelle Rott9. Die Ersterwähnung von Ludenhausen im Jahr 804Kulturamt und Laienspielgruppe Stadt Freising In einer öffentliche Synode im Freisinger Dom übergeben die beiden Priester Heriwini und Erchanheri ihre Eigenkirchen von Hludinhusir (Ludenhausen) und Alamuntinga (Oberalting) dem Bischof Atto von Freising. Dies ist in den Freisinger Traditionen einer Schenkungsurkunde vor Zeugen bestätigt und vom Schriftführer Subdiakon Tagobertus niedergeschrieben. Gespann und Festwagen mit dem Mariendom der Stadt Freising 10. Bürger von Ludenhausen als Zeugen der SchenkungPfarrgemeinde Ludenhausen Die Bürgerinnen und Bürger in mittelalterlichen Gewändern des 9. Jahrhunderts bezeugen die Schenkung ihrer Kirche an das Hochstift Freising. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Ludenhausen ist mehr als 1200 Jahre alt und zählt zu den ältesten Kirchen in der Umgebung. Festwagen mit Modell der Pfarrkirche St. Peter und Paul, Gespann von Michael Schmid , Reisch. 11. Die mittelalterliche Sage von den 3 weißen FräuleinGartenbauverein Ludenhausen Eine Sage erzählt, dass bei der Burgruine im Lenzle`s Wäldle im 13.Jahrhundert einst ein Schloss stand, das versunken ist. Am Fuße des Hügels befanden sich zwei gemauerte Brunnen. Alte Leute sagen, dass hier drei weiße Fräulein gesehen wurden, welche ihre Wäsche im Brunnen wuschen. Gespann von Anton Echter, Hofstetten Begleitet von der Kindergruppe der Märchenaufführung
"Schneewittchen", 12. Wessobrunner GebetGemeinde von Wessobrunn, Trachtenverein Das älteste deutsche Sprachdenkmal mit christlichem Inhalt wurde vermutlich um 814 im Kloster Wörth am Staffelsee geschrieben. Vom Mittelalter bis 1804 war Ludenhausen dem Kloster Wessobrunn untertan. Gespann von Johann Rohrmoser, Schellschwang 13. Musikkapelle Pflugdorf-Stadl14. Pestzeit von 1629-1634Bürgerinnen und Bürger von Gimmenhausen Die Pestzeit im dreißigjährigen Krieg war verheerend für unser Dorf. Von 254 Einwohnern Ludenhausens und Gimmenhausens zu dieser Zeit sterben 184 an der Pest, das sind 72 % der Bevölkerung. In Trauerprozessionen wurden viele Pesttote zum Friedhof auf dem Leitenberg gefahren. Voran wurde das Bild des Heiligen Rochus dem Schutzheilligen der Pestkranken getragen. 15. Neubesiedlung durch Tiroler Bauern um 1650Frauenkreis Ludenhausen Das von der Pest und dem dreißigjährigen Krieg entvölkerte Land wird von Tiroler Bergbauern besiedelt, die sich daran machten die verwaisten Äcker wieder zu kultivieren. Viele neue Namen wie Harrer, Weigl, Schmid, Kaltenmoser, Walder usw. erinnern uns heute noch daran. 16. Riedlbande- eine Räuberbande am mittleren Lech um 1835Jugendclub Ludenhausen Eine Räuberbande von 30 Leuten mit den gefürchtesten Mitgliedern Damian Egwolf, genannt der "Bonadami" und Josef Rester mit dem Spitznamen "Stemmeisensepp" von Thaining stehlen, rauben und morden jahrelang in Apfeldorf, Rott, Birkland, Thaining, Obermühlhausen, Ludenhausen und Umgebung. Sechs Einbrüche in Ludenhausen sind belegbar. So manche Kinder wurden damals in Furcht gesetzt wenn die Eltern drohten: "Wenn ihr nicht brav seid, kommt die Riedlbande und nimmt euch mit".
17. Befreiung des Bauernstandes von der GrundherrschaftSchützenverein Lechroaner Stadl Viele Jahrhunderte waren die Bauern dem Adel und dem Klerus untertänig. Die Bauern konnten mit Gesetz vom 4. Juni 1848 ihre Lasten und Abgaben ablösen und waren nun ihre eigenen Herren auf dem Grund und Boden. An Stelle des Arbeitssklaven trat bald der stolze, wohlhabende und gebildete Bauer. Gespann von Michael Sturm, Stadl
18. Musikkapelle Thaining19. Wallfahrt zu St. Wolfgang, ThainingHeimatverein Thainig Regelmäßige Bittgänge, Lobämter, Prozessionen und Wallfahrten gehören seit Jahrhunderten zu den festen Traditionen der Landbevölkerung. Die Wallfahrten der Ludenhauser nach Vilgertshofen und Andechs finden auch heute noch jedes Jahr statt. Gespann von Sebastian Eberle, Hofstetten 20. Fahrendes VolkJungbürger/innen von Ludenhausen Auf der Landstrasse durch Ludenhausen herrschte früher reger Fuhrverkehr. Das fahrende Volk als Reisende und Händler mit seinen bunten Kleidern, fremder Musik und Sitten kehrte oft in unser Dorf ein. Gespann Hartmut Misch, Dießen St. Georgen 21. Freiwillige Feuerwehr Ludenhausen anno 1875Feuerwehrverein Ludenhausen Bis zur Gründung vieler freiwilliger Feuerwehren im Jahr 1875 war die Eimerkette die einzige Löschmethode. Erst mit der Einführung der Handspritzen war eine wirkungsvollere Brandbekämpfung möglich. Gespann Johann Rohrmoser sen., Schellschwang
22. Freiwillige Feuerwehr ReichlingSaug- und Druckspritze (Baujahr 1897) mit Pferdegespann Zwei Schlauchwagen --- von Hand gezogen Motorspritze "Breuer-Magirus" (Baujahr 1933) mit Traktor
23. Historische Fahrradgruppea) Holzdraisine -1813- Reinhold Stadler, Kaufbeuren b) Hochräder -1880- Radfahrverein Igling c) Korsowagen -1890- Radfahrverein Igling 24. Veteranenverein LudenhausenDer Krieger- und Veteranenverein Ludenhausen wurde als ältester Dorfverein vermutlich bereits nach dem Krieg 1870/71 gegründet. Die erste, noch gut erhaltene Vereinsfahne trägt die Jahreszahl 1877 und wird im Festzug mitgeführt. Gespann Festwagen, Reßler Andreas, Forst Gespann Ehrenkutsche, Johann Bauer Stadl 25. Schulklasse anno 1900Schule Ludenhausen In Ludenhausen wird seit dem 17. Jahrhundert Schule gehalten. Früher waren auch die Geistlichen und Mesner als Lehrer tätig. Die neue Schule wurde 1899 erbaut und im Jahr 1964 durch einen Anbau erweitert in dem sich nun die heutige Grundschule befindet. Gespann von Johann Bauer, Stoffen
26 Musikkapelle Lechrain Pürgen27. Alter Schützenstand um 1920Schützenverein Diana Issing Weit über 100 Jahre alt sind die Schützengesellschaften in unserer Gegend. So wurde "Hubertus" Ludenhausen 1890 und "Diana" Issing 1897 gegründet. Gespann Adolf Deiniger Issing 28. Jagd im Wandel der ZeitJäger von Ludenhausen Früher war die Jagd vor allem ein herrschaftliches Vergnügen und Privileg des Adels. Besonders in den schlechten Zeiten war auch die Wilderei populär. Heute sieht sich der Jäger als verantwortungsvoller Heger des Wildes. Gespann Josef Graf, Ludenhausen 29. "Wesa-Stecha" (Torfstechen)Trachtenverein Rott Im Gemeindegebiet Ludenhausen gab es zahlreiche Moorgrundstücke, wie das Ochsenfilz, Blindseefilz und Gimmenhauser Filz, in denen Torf abgebaut wurde. Besonders nach dem 1. und 2. Weltkrieg war Torf ein wichtiges Brennmaterial für die Haushalte. Auch als Einstreu bei der Tierhaltung fand Torf Verwendung. 30. WaldarbeitBernhard Pössinger Ludenhausen In unserer waldreichen Gegend fanden viele Frauen und Männer Arbeit im Forst. Bei dieser gefährlichen Arbeit verlor mancher Waldarbeiter sein Leben. Gespann von Raimund Schneider, Ludenhausen 31. Heimatvertriebene kommen nach LudenhausenMutter-Kind-Gruppe Ludenhausen Im April 1946 kamen 196 Flüchtlinge aus dem Sudetenland nach Ludenhausen. Alles was sie mitnehmen durften war 30 kg Gepäck pro Person und was sie am Leib trugen. Man kann sich vorstellen unter welchen Bedingungen sie anfangs ihr neues Dasein fristen mussten. 32. Musikkapelle Hofstetten Hagenheim33. Pfarrkirche Reichling mit St. LeonhardLeonhardiverein Reichling Bei der großen Gebietsreform Bayerns im Jahr 1972 wurde die Gemeinde Ludenhausen augelöst und kam als Ortsteil zur Gemeinde Reichling, In Reichling findet alljährlich der traditionsreiche Leonhardi-Ritt statt. Gespann Peter Erdt, Pflugdorf 34. Heufuder mit OchsengespannBauernschaft Ludenhausen Für die überwiegend kleinen landwirtschaftlichen Betriebe in Ludenhausen und Gimmenhausen wurden als Zugkraft Ochsen und Kühe verwendet. Erst durch die Mechanisierung nach dem 2. Weltkrieg konnte auf diese Zugtiere verzichtet werden. Gespann von Hermann Steidl, Haunshofen-Bauerbach 35. Landwirtschaft frühera) Ackerbau, Kornernte, Sämaschine b) Kartoffelernte c) Gäuwagerl 36. Trachtenkapelle Apfeldorf37. Alte Schmiede LudenhausenAutohaus Firma Ressle, Ludenhausen Zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mittelpunkt des Dorfes zählte in Ludenhausen die letzte Dorfschmiede von Michael Weinberger vom Jahr 1870. Durch das große offene Feuer war es immer geheizt und dadurch besonders im Winter Treffpunkt für Bauern und Handwerker zum Austausch von Neuigkeiten und Besprechen wichtiger Entscheidungen. 38. Motorisierte Landwirtschafta) Lanz-Bulldog mit Heuwagen und Heuaufleger b)Eicher-Bulldog mit Schwadrechen c) Deutz-Bulldog mit Pflug d) Lanz-Bulldog mit Grubber e) Primus-Bulldog mit Vierschar-Pflug (1. Schlepper von Ludenhausen 1949) f) Fendt-Geräteträger, Alfred Happach, Ludenhausen 39. Alte Motorräder und Autosa) Motorrad NSU 500 mit Beiwagen., Bj. 1929 b) Motorrad DKW, Bj. 1935 c) D-Rad mit Seitenwagen, Bj. 1928 d) Pkw BMW Cabrio, Bj. 1934 e) Austin Martin, Bj. 1930 f) Austin Martin, Bj. 1936
Konzept und Realisierung des historischen Festzugs am 20. Juni 2004Sitzung des Arbeitskreises Festzug am 1.4.2003 Teilnehmer: Benedikt Meiendres, Helga Eberle, Georg Duschl , Rosi Glück, Marianne Sepp, Kurt Beier In der Sitzung wurde das bereits erstellte Konzept für den geplanten historischen Festzug am 20. Juni 2004 (siehe Protokoll der Sitzung vom 18.3.2003) nochmals überprüft, überarbeitet und versucht die Zuständigkeit bei der Realisierung der einzelnen Gruppen und Festwagen festzulegen. Eine Reihe von Aktionspunkten wurden vereinbart. Die in der Zwischenzeit von Herrn Meiendres durchgeführten Erkundigungen zu möglicher Unterstützung durch die Nachbarorte Vilgertshofen, Pürgen und Landsberg hinsichtlich des Ausleihens von wichtigen Material, wie Kostüme, Rüstungen und weitere Requisiten von deren historischen Umzügen, ergab, daß dies inzwischen nicht mehr praktiziert wird. Es müssen somit andere Quellen für den Verleih von historischen Kostümen gefunden werden und die Kosten erfragt werden. Eine Alternative hierzu wäre, dass ganze Gruppen aus den oben genannten Orten bei dem Festzug in Ludenhausen selbst auftreten. Die Kostenfrage einer möglichen Unterstützung in dieser Form muss noch geklärt werden. Es wurde einhellig die Meinung geäußert so weit wie möglich mit eigenen Mitteln in Ludenhausen den Festzug zu gestalten und entsprechend die inhaltlichen Prioritäten festzulegen. Im Folgenden werden die überarbeiteten, geplanten Gruppen und Festwagen in einer Liste nochmals aufgeführt und in einer Tabelle übersichtlich dargestellt. Das Thema des Festwagens oder der Gruppe wird beschrieben und die Priorität und Zuständigkeit angegeben. Für die Realisierung werden dann Vereine, Organisationen oder Personen vorgeschlagen. Auch wird die hierfür notwendige Unterstützung beschrieben. Die verschiedenen Vereine und Organisationen in Ludenhausen sollen nun zur Mitwirkung in den einzelnen Aufgaben aufgefordert werden. Ein Termin für die nächste Besprechung des Arbeitskreises Festzug ist nicht vereinbart worden. Überarbeiteter Vorschlag für Festwagen und Gruppen des historischen Festzuges:Zeit der Kelten und Römer um Christi Geburt
Zeit der Alemannen und Bajuwaren um das Jahr 500
Mittelalter mit erster urkundlichen Erwähnung Ludenhausens vom Jahr 804
Mittelalterliche Sage von den 3 weißen Fräulein bei der Burgruine im Lenzle`s Wäldle im 13.Jahrhundert
Ludenhausen ist bis zur Säkularisierung 1803 dem Kloster Wessobrunn untertan
Dreißigjähriger Krieg 1632 erobern die Schweden Landsberg und Ludenhausen
Die Pestzeit in Ludenhausen 1628-1634
Tiroler Bauern kommen um 1650 als Siedler nach Ludenhausen
Kaiserlichen Husaren plündern im Jahre 1704 das bayerische Oberland
Die Riedlbande , eine Räuberbande am mittleren Lech um 1832
Befreiung der Bauern von Lasten der Grundherrschaft mit Gesetz vom 4. Juni 1848
Geschichte unserer Kirche
Wallfahrergruppe
Freiwillige Feuerwehr Ludenhausen wird 1875 gegründet
Veteranenverein Ludenhausen wird 1878 gegründet
Torfstechen im Blindsee-, Rotter- und Gimmenhausener Filz
Alte Schulklasse anno 1900
Heimatvertriebene und Flüchtlinge kommen nach Ludenhausen
Alte Landwirtschaftsgeräte
Fuhrwerke und Kutschen
Alte Hochzeitskutsche um 1900 mit Brautpaar
Buntes Kindertheater
Alte Motorräder und Autos
Musikkapellen
Festzug in WessobrunnEin Bildbericht über den historischen Festzug in Wessobrunn anlässlich der 1250-Jahr-Feier am 27.7.2003.
Wessobrunn feierte in einer Festwoche vom 23. Juli bis 27. Juli 2003 sein 1250-jähriges Gründungsjubiläum. Am Sonntag den 27. Juli wurde ein großer historischer Festzug durchgeführt. Daran beteiligten sich sieben Musikkapellen, 26 Festwagen mit Pferdegespann, vier Ehrenkutschen und ein stattliches Fußvolk von über 350 Personen. Auch Ludenhausen beteiligte sich mit einem Festwagen und einer Fußgruppe an dem Festzug. Die Geschichte Ludenhausens ist eng mit der von Wessobrunn verknüpft. Schon um 907 gehörte eine Hube von Ludenhausen zum Kloster Wessobrunn. Bis 1803 besaß das Kloster die gesamte Hofmark Ludenhausen, zu der auch Gimmenhausen, Vilgertshofen und Wolfgrub gehörten. Der Festzug war eine gelungene Veranstaltung mit großer Publikumsbeteiligung und eine sehenswerte Zeitreise durch die Geschichte Wessobrunns. Das Wetter war schön und sommerlich heiß. Die folgenden Fotos geben einen Eindruck vom Festzug.
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