Geographisch gehört Ludenhausen zum Gebiet der schwäbisch-bayerischen
Hochebene, die ihren Namen nur im Vergleich mit der ihr vorgelagerten
Gebirgskette der Alpen verdient. Es ist dies aber eine sehr wechselvolle hügelige
Landschaft, aus der sich einige Berge, wie der Peißenberg, der Auerberg und
andere erheben.
Entscheidend für die Bildung der Landschaft waren das Tertiär
(65 Millionen
Jahre vor unserer Zeit) – in dem die Alpen entstanden – und die Eiszeiten
(700 000 Jahre bis 10000 Jahre), die unsere Landschaft formten. Dort, wo sich
die Alpen erheben, erstreckte sich zunächst ein tropisches Binnenmeer mit
dolomitischen und kalkigen Ablagerungen. Die Funde von riesigen Austernschalen
und Haizähnen in den Sandschichten des weißen Juras geben Zeugnis davon.
Vereinzelt ragten Spitzen dieser Steinschicht aus der Wasserfläche hervor.
Durch Bewegungen und Umschichtungen im Erdinneren brach der Grund auf und
spaltete sich. Die Gesteinsmassen wölbten sich und formten sich zu neuen
bizarren Einheiten und wuchsen empor. Die Alpen entstanden. Das Profil des
Landes vor den Alpen veränderte sich. In den Mulden bildeten sich Süßwasserseen,
in denen die Flüsse Sand, Geröll und feines Material ablagerten.
Den Feinschliff bekam das Alpenvorland im großen Eiszeitalter. Auslöser war
das Wechselspiel der Temperaturen. In Mitteleuropa sanken sie und lagen im
Mittel um 10 Grad unter dem jetzigen Wert. Durch die Kälte ist immer mehr
Wasser in einer Eisdecke gebunden worden. Die Gletscher eroberten wie ein
gewaltiger Polyp von den Höhen herab das Land. Sie schleppten Gesteinsmassen mit sich
und türmten sie am Ende ihres langen Weges auf. So ergab sich das Bild der Moränenlandschaft.
Im Alpengebiet gab es sechs oder sieben Eiszeiten, die von wärmeren Perioden
unterbrochen wurden.
Das ist wichtig, da es neben den Gletschern auch das
Schmelzwasser war, das die Landschaft prägte. Die letzte Eiszeit, die Würmeiszeit
(115 000 bis 10 000 Jahre) war für unsere Gegend entscheidend. Ihre Zeugen sind
der Starnberger See und der Ammersee. Gletscher hatten die beiden Becken
ausgehobelt, in die dann das Schmelzwasser floss. Die Schmelzwässer flossen vom
Ammerseegletscher, der bis Rott, Ludenhausen und Geltendorf hinausreichte und
dem Lechgletscher, der mit der Zunge das Alpenland bis über Schongau hinaus
bedeckte, ab. Die Endmoränenlandschaft auf der Höhe von Hohenfurch, Rott und
Ludenhausen zeigt anschaulich, wo die Gletscher einst stirnten. Ganze 12 000 oder
gar nur 10 000 Jahre ist das her. Steinerne Zeugen der gewaltigen Kräfte des
Eises sind große Findlinge in Baugruben, der Kiesgrube und im Gimmenhausener
Buch.
Nach der Eiszeit stauten sich die Wassermassen und suchten einen Abfluss über
die Wälle der Endmoränen, beispielsweise im Würm-, Windach- und Ampertal.
Kleinere Seen in unserer Gegend haben eine andere, aber auch mit der Eiszeit
verbundene Geschichte. Von der Gletscherzunge abgeschnittene Eisblöcke blieben
lange als "totes Eis" liegen und kamen erst später zum Abschmelzen.
Schotter rutschte in die nun entstehenden Kessel nach, die sich dann mit Wasser
füllten, z. B. der Weßlinger See.
Nachdem die Gletscher
verschwunden waren, konnte sich die Vegetation
entwickeln. Zwergsträucher, Flechten und Moose machten sich zunächst auf dem
Moränenschotter breit. Vor ungefähr 10 000 Jahren setzte die Bewaldung ein,
mit Kiefern und Birken, später mit Buchen, dem typischen Baum der Endmoräne.
Die Wannen und Furchen zwischen den Hügeln des Moränengebietes füllten
sich mit Wasser, was an seichten Stellen zur Vermoorung führte. Solche
Hochmoore, auch Filz genannt, wie Blindsee-, Rotter-, Gimmenhauser- oder der Thaininger Filz
sind die vermoosten Reste der Seenplatte, die uns die Gletscher hinterließen.
Im Gegensatz dazu werden Versumpfungen von Grundwasserquellen als
Niederungsmoore, auch Mößle genannt, bezeichnet. Wo die Verlandung nicht so
weit fortgeschritten ist, haben sich kleine Seen erhalten, wie der Wörthsee und
der Pilsensee.