Landschaft
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Landschaftsgeschichte

Geographisch gehört Ludenhausen zum Gebiet der schwäbisch-bayerischen Hochebene, die ihren Namen nur im Vergleich mit der ihr vorgelagerten Gebirgskette der Alpen verdient.  Es  ist dies aber eine sehr wechselvolle hügelige Landschaft, aus der sich einige Berge, wie der Peißenberg, der Auerberg und andere erheben.

eiszeit_Tabelle.jpg (87252 Byte)Entscheidend für die Bildung der Landschaft waren das Tertiär  (65 Millionen Jahre vor unserer Zeit) – in dem die Alpen entstanden – und die Eiszeiten (700 000 Jahre bis 10000 Jahre), die unsere Landschaft formten. Dort, wo sich die Alpen erheben, erstreckte sich zunächst ein tropisches Binnenmeer mit dolomitischen und kalkigen Ablagerungen. Die Funde von riesigen Austernschalen und Haizähnen in den Sandschichten des weißen Juras geben Zeugnis davon. Vereinzelt ragten Spitzen dieser Steinschicht aus der Wasserfläche hervor. Durch Bewegungen und Umschichtungen im Erdinneren brach der Grund auf und spaltete sich. Die Gesteinsmassen wölbten sich und formten sich zu neuen bizarren Einheiten und wuchsen empor. Die Alpen entstanden. Das Profil des Landes vor den Alpen veränderte sich. In den Mulden bildeten sich Süßwasserseen, in denen die Flüsse Sand, Geröll und feines Material ablagerten.

Den Feinschliff bekam das Alpenvorland im großen Eiszeitalter. Auslöser war das Wechselspiel der Temperaturen. In Mitteleuropa sanken sie und lagen im Mittel um 10 Grad unter dem jetzigen Wert. Durch die Kälte ist immer mehr Wasser in einer Eisdecke gebunden worden. Die Gletscher eroberten wie ein gewaltiger Polyp von den Höhen  herab das Land. Sie schleppten Gesteinsmassen mit sich und türmten sie am Ende ihres langen Weges auf. So ergab sich das Bild der Moränenlandschaft.

Im Alpengebiet gab es sechs oder sieben Eiszeiten, die von wärmeren Perioden unterbrochen wurden. geom-gletscher.jpg (144972 Byte) Das ist  wichtig, da es neben den Gletschern auch das Schmelzwasser war, das die Landschaft prägte. Die letzte Eiszeit, die Würmeiszeit (115 000 bis 10 000 Jahre) war für unsere Gegend entscheidend. Ihre Zeugen sind der Starnberger See und der Ammersee. Gletscher hatten die beiden Becken ausgehobelt, in die dann das Schmelzwasser floss. Die Schmelzwässer flossen vom Ammerseegletscher, der bis Rott, Ludenhausen und Geltendorf hinausreichte und dem Lechgletscher, der mit der Zunge das Alpenland bis über Schongau hinaus bedeckte, ab. Die Endmoränenlandschaft auf der Höhe von Hohenfurch, Rott und Ludenhausen zeigt anschaulich, wo die Gletscher einst stirnten. Ganze 12 000 oder gar nur 10 000 Jahre ist das her. Steinerne Zeugen der gewaltigen Kräfte des Eises sind große Findlinge in Baugruben, der Kiesgrube und im Gimmenhausener Buch.

Nach der Eiszeit stauten sich die Wassermassen und suchten einen Abfluss über die Wälle der Endmoränen, beispielsweise im Würm-, Windach- und Ampertal. Kleinere Seen in unserer Gegend haben eine andere, aber auch mit der Eiszeit verbundene Geschichte. Von der Gletscherzunge abgeschnittene Eisblöcke blieben lange als "totes Eis" liegen und kamen erst später zum Abschmelzen. Schotter rutschte in die nun entstehenden Kessel nach, die sich dann mit Wasser füllten, z. B. der Weßlinger See.

Nachdem die Gletscher  verschwunden waren, konnte sich die Vegetation entwickeln. Zwergsträucher, Flechten und Moose machten sich zunächst auf dem Moränenschotter breit. Vor ungefähr 10 000 Jahren setzte die Bewaldung ein, mit Kiefern und Birken, später mit Buchen, dem typischen Baum der Endmoräne.

Die Wannen und Furchen zwischen den Hügeln des Moränengebietes füllten sich mit Wasser, was an seichten Stellen zur Vermoorung führte. Solche Hochmoore, auch Filz genannt, wie Blindsee-, Rotter-, Gimmenhauser- oder der Thaininger Filz sind die vermoosten Reste der Seenplatte, die uns die Gletscher hinterließen. Im Gegensatz dazu werden Versumpfungen von Grundwasserquellen als Niederungsmoore, auch Mößle genannt, bezeichnet. Wo die Verlandung nicht so weit fortgeschritten ist, haben sich kleine Seen erhalten, wie der Wörthsee und der Pilsensee.

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Gimmenhauser Filz