Zeittafel
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Zeittafel von Ludenhausen und Umland



Jahr

Geschichte, Kultur, Zivilisation

240 – 139 Jhtsd. v. Chr.

Vorletzte und größte Alpenvorlandvereisung – Rißeiszeit

139 – 20 Jhtsd. v. Chr.

Letzte Alpenvorlandvereisung – Würmeiszeit

8000 – 3000 v. Chr.

Mittelsteinzeit, südlich der Donau geringe Siedlungsspuren

3000 – 1800 v. Chr.

Jüngere Steinzeit
Funde: Loosbach südlich von Pestenacker "Altheimer Kultur"
Streufunde in der Gemeindeflur von Obermühlhausen
Beginn der Dauerbesiedlung des Landes ostwärts des Lechs

1800 – 1550 v. Chr.

Hügelgräber – Bronzezeit
Ammersee und Stoffersberggebiet dichter besiedelt

1250 – 750 v. Chr.

Urnenfelderzeit
Depotfund bei Lechstaustufe Pitzling: Messer, Beile, Spangen aus Bronze, erstes Auftreten von Schild und Helm nördlich der Alpen

750 – 450 v. Chr.

Hallstattzeit
Hügelgräber im Kreisgebiet
Die bronzezeitlichen Siedlungsgebiete wieder bezogen, Weidewirtschaft bevorzugt, Eisen als Gebrauchsmaterial

Ab 450 v. Chr.

Latenezeit
Töpferscheibe, Glasherstellung
Am Lech die Likatier, im südbayerischen Raum die Vindilikier
Keltische Kultstätten "Viereckschanzen" Reichlingsried, Utting, Entraching
Prägung von Münzen "Regenbogenschüsselchen"

Ab 15 v. Chr.

Römische Herrschaft, die Kaiser Drusus und Tiberius schieben die Grenzen ihres Reiches an die Donau vor
Gründung der Provinz Raetien (Augsburg als Hauptstadt)

40-50 n. Chr.

Kaiser Claudius baut die Via Claudia
Römische Siedlungsspuren Epfach (Abodiacum)

50 – 233

Entwicklung der Straßenstation Abodiacum und Holzbrücke über den Lech

233

Einfall und Zerstörung durch die Alamannen

350

Einfälle der Alemannen, Auflösung der Römerherrschaft
350 – 387 erbauen die Römer eine Kirche bei Epfach

380

Christliche Lehre wird Staatsreligion des römischen Reiches

493 -526

König Theoderich, Rätien noch Bestandteil des römischen Reiches aber keine römischen Truppen mehr im Land

Um 500

Sieg der Franken über die Alemannen, denen Theoderich Schutz gewährt

Um 500

Germanische Landname: Reihengräberzeit: Skelettgräber entdeckt – Kopf der Toten nach Westen, Beigaben sind Perlen, Messer, Gürtelschnallen, Kurz- und Langschwert
Einwanderung der Alemannen und Bajuwaren, Beweis dafür die Ortsnamen auf –ing (en) Reichling, Spuren des Ackerbaues sind die "Hochäcker"

500 – 525

Entstehungszeit von Ludenhausen als =hausen Ort

530

Geschlecht der Agilolfinger als bayerische Herzöge

556

Bayern zu einem Herzogtum unter Garibald I. zusammengeschlossen

565

Bekehrung der Alemannen zum christlichen Glauben, Bajuwaren an beiden Lechufern

Ab 700

Augsburg und Umgebung unter fränkischem Einfluss
König Dagobert verbreitet christlichen Glauben

744

Christianisierung Hl. Magnus in Epfach

750

Karolingerzeit (Karl der Große 768-814), Aufkommen der kirchlichen Sepultur

Um 788

Dießen entsteht

Um 800

Deutsche Kirche ist fest gegliedert, auch am Lechrain.
Besiedlung des heutigen Landkreises fast abgeschlossen; Dreifelderwirtschaft; die Maierhof- und Fronhofverfassung entsteht.
Erste angenommene Peterskirche zu Ludenhausen, eigene Kirche einer Familie mit weitverbreitetem Güterbesitz

804

Erste urkundliche Erwähnung von Ludenhausen als Hludinhusir in den Freisinger Traditionen, einer Übertragung der Kirche und der Güter durch den Priester Heriwini an das Stift Freising

910

Ungarn raubend und mordend am Lechrain

926

Die Ungarn in Dießen

955

10. August Schlacht auf dem Lechfeld , der Sieg unter Otto und Bischof Ulrich bannt die Ungarngefahr

Um 960

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation , Otto der I. der Große, Bischof Ulrich weiht die Martinskirche in Dießen

Um 1100

Ritterliche Kultur, Kreuzzüge, Heinrich der Stolze von Bayern, neben der Lorenzkirche in Epfach lebt die fromme Herluka

1120

In Wessobrunner Urkunden taucht der Name in der heutigen Form "Ludenhusen" auf

1162

Heinrich der Löwe hält in Landsberg Gericht, Name von Landsberg taucht zum erstenmal auf (Landespurch, Landesperc)

1220

Edles Geschlecht nennt sich nach dem Ort Ludenhausen und tritt vielfach als Zeuge der Klöster Weyarn und Wessobrunn auf

1294

Jahreszahl hinter dem Hochaltar der Kirche in Ludenhausen, vermutlich das Baujahr der ersten Steinkirche, nur ein halbkugeliger Taufstein ist davon übriggeblieben

Um 1300

Kirche von Ludenhausen und zugehörige Güter gehen über in die Verwaltung von Kloster Rottenbuch

1318

Ludenhausen als selbstständige Pfarrei unter Bischof Friedrich von Augsburg

1459

Ludenhausen unter der Jurisdiktion von Kloster Wessobrunn, wohin der Ort auch scharwerkspflichtig ist

Bis 1600

Vogteirechte der Hofmark Peißenberg und Rauhenlechsberg in Ludenhausen

1628-1634

Pest in Ludenhausen, von 254 Bewohnern sterben 182 an der Seuche (72 % der Bevölkerung)

1632-1633

Im Dreissigjährigen Krieg erobern die Schweden Landsberg und den Lechrain

1648

Die Unterzeichnung des Westfälischen Friedens beendet den dreißigjährigen Krieg

1648-1649

Bauern aus Tirol, Schwaben und Elsass besiedeln den entvölkerten Lechrain

1704

Im spanischen Erbfolgekrieg brandschatzen, plündern und morden kaiserliche Husaren in Reichling

1742

Kriegslasten und Plagen im Österreichischen Erbfolgekrieg
Husarenoberst Menzel versucht dreimal erfolglos Landsberg zu erobern (Panduren)

1796

Kriegslasten, Plagen und Einquartierungen von Truppen in den Napoleonischen Kriegen, der französische General, Graf de la Varenne, plündert Landsberg

1803

Säkularisation, Auflösung der Klöster und Stifte
Untertanenverhältnis von Ludenhausen zum Kloster Wessobrunn beendet, König von Bayern hat das Patronatsrecht, Ludenhausen kommt zum Rentamt (Finanzamt) Landsberg

1815

Ein mächtiger Blitzschlag zerstörte den Kirchturm und richtet im Inneren der Kirche großen Schaden an

1816

Kirchturm wird abgetragen und neu errichtet mit Spitzhütl

1842

Kirche wird bis auf Chor und Turm abgebrochen und neu aufgebaut

1848

Befreiung der Bauern von dem Obereigentum der Grundherrn

1870-1871

Deutsch-französischer Krieg, Kriegsteilnehmer und 1 Gefallener

1874

Umbau der Kirche mit Herausnahme der Säulen

1875

Gründung der freiwilligen Feuerwehr in Ludenhausen

1878

Gründung des Veteranenvereins in Ludenhausen

1883-1886

Neubau des Pfarrhof in Ludenhausen

1889

In Ludenhausen wird zum letzten Mal nachts die Uhrzeit ausgesungen

1893

Die Kirche erhält neuen Hochaltar mit Stilelementen aus dem 16. und 17. Jahrhundert

1899

Neubau des "alten" Schulhauses am Kirchweg

1902

Gründung der Molkereigenossenschaft, Bau der Käsküche in Ludenhausen

1912

Bau der Wasserleitung in Ludenhausen

1914-1918

1. Weltkrieg, Kriegsteilnehmer und 6 Gefallene

1930

Entwässerung des Blindseefilz und Regulierung der Windach

1939-1945

2. Weltkrieg, Kriegsteilnehmer und 23 Gefallene

1965

Schulneubau in der Hauptstrasse

1972

Eingemeindung von Ludenhausen in die Gemeinde Reichling

1982

Flurbereinigung

Quellen:

Heimatbuch Stadt und Landkreis Landsberg a. Lech, 1966
Beiträge zur Ortsgeschichte Ludenhausen , Landsberger Geschichtsblätter, Nr.6, Jahrgang 1930
Chronik der Gemeinde Ludenhausen, Anton Wiedemann, 1937